Fachschaft Religion

In einer pluralistischen Gesellschaft kann Evangelischer und Katholischer Religionsunterricht nicht von einer allen Schülerinnen und Schülern gemeinsamen Grundlage ausgehen. Als dialogischer Unterricht hat er zum einen an unterschiedliche konfessionelle und religiöse Voraussetzungen anzuknüpfen (katholisch, evangelisch, freikirchlich; muslimisch), zum anderen aber auch die deutlichen Distanzen und Distanzierungen zu institutionalisierter Religion und gleichzeitig die vielen Erscheinungsformen religiöser und quasi-religiöser Weltdeutung wahrzunehmen, mit denen Kinder und Jugendliche heute konfrontiert sind. In dieser Situation und damit innerhalb einer Gesellschaft, in der verschiedene Kulturen ihren Platz gefunden haben, bietet der Religionsunterricht einen Standpunkt an, der auf der christlichen Tradition basiert, aber zugleich auch offen ist.
Denn Lebensfreude und Kreativität (vgl. Leitgedanken des Schulprogramms) sind Einstellungen und Haltungen, die entwickelt werden müssen. Wahrheiten, wie sie das Christentum vermittelt, sind Angebote, und Werte, an denen wir uns orientieren, können nicht einfach vorgegeben werden.

Um im Sinne des Schulprogramms Lebensperspektiven bewusst zu entwickeln und umzusetzen und sich in der Leistungsgesellschaft kritisch und selbstbewusst zurechtzufinden, braucht es einerseits Zeit, Atmosphäre und Räume, in denen Vertrauen entstehen kann und eigene Erfahrungen möglich werden, andererseits aber auch andere Unterrichtsformen und Lernorte, um an elementaren Themen wie „Glück“, „Sinn“, „Lebensplanung“ oder „Erhaltung unserer Lebensgrundlagen“ arbeiten zu können. Hier stößt der traditionelle Unterricht an seine Grenzen. Die Fachschaft Religion hat sich von daher die zwei folgenden Vorhaben vorgenommen:

 

  1. Sie plant die Einrichtung eines Fachraums Religion, der durch mediale Ausstattung und seine Raumgestaltung ein Lernen mit allen Sinnen, die Aufgeschlossenheit gegenüber Unbekanntem, z.B. auch religiösen Erfahrungen bei Andacht und Stille sowie Ritualen und die Befähigung zur Wahrnehmung einer vielfältigen Wirklichkeit ermöglichen und die Auseinandersetzung damit fördern soll.
  2. Sie befasst sich mit der Konzeption für ein Projekt „Besinnungstage“ an einem außerschulischen Lernort. Diese eintägige Veranstaltung soll am Beginn der Jahrgangsstufe 11 für alle Religionskurse stattfinden, gegebenenfalls in Absprache mit der Fachschaft Ethik im zweiten Halbjahr der JgSt. 11 vor den Osterferien. Die hier intendierten Erfahrungsmöglichkeiten der Wahrnehmung und Achtung von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern als Personen in ihrer Vielfalt, ihren Stärken und Schwächen scheinen uns gerade in den neu zusammengesetzten Kursen der Oberstufe wichtig. Außerdem geht es um ein exemplarisches Sich-Einlassen auf religiöse Erfahrungen, um ein Lernen in historischen Bezügen und Reflexion von Traditionen (z.B. im Lernort Kloster) und um eine Auseinandersetzung mit Werten.

     

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