Fachschaft Kunst

Bei der Erfüllung der vorgegebenen Leitgedanken kommt im Sinne der ästhetischen Erziehung dem Fach Kunst ein besonderer Stellenwert zu.

Für den Beitrag des Faches Kunst zum Schulprogramm werden drei Schwerpunkte gesetzt:

  1. überarbeitung des Curriculums: Durch eine überarbeitung des schulinternen Curriculums soll sichergestellt werden, dass eine bessere Verzahnung der Unterrichtsinhalte der Sekundarstufe I mit denen der Sekundarstufe II erfolgt.
  2. Museumsfahrten: Vor dem Hintergrund, dass in Frankenberg selbst nur wenig Museumskultur zugänglich ist, verstehen wir es als Aufgabe unseres Faches, die Schülerinnen und Schüler an den Besuch bedeutender Museen und Sammlungen heranzuführen und sie dazu langfristig zu motivieren. Es geht einfach nichts über das Original!
  3. Präsentation des Faches: Im Vergleich zu anderen Arbeitsbereichen unserer Schule (Musik, Theater) hat sich die Kunst mit den Arbeitsergebnissen aus dem Unterricht bisher kaum präsentiert. Es sollen Möglichkeiten geschaffen werden, dies regelmäßig und vermehrt zu realisieren. Dabei geht es sowohl um die Präsentation innerhalb der Schule als auch um Ausstellungen, die einer größeren öffentlichkeit zugänglich sind (Banken, Sparkassen, Landratsamt etc.). Denkbar wären auch schulinterne Wettbewerbe mit Prämierung und Ausstellung.

   
  • Edertalschule
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Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde Toilettenpapier – neben Nudeln und Hefe – in Deutschland zum Thema Nr. 1: Supermarktbesucher prügelten sich, Familienväter machten heimliche Hamsterkäufe, Feuilletonist Harald Martenstein empfahl babyblaues Toilettenpapier als Gastgeschenk, die Ehefrau des Politikers Wolfgang Bosbach hortete den Hygieneartikel im Bettkasten und Status-Fotos bei Whatsapp zeigten Päckchen von Verwandten, in denen sich Klopapier befand.

Während der Homeschooling-Phase verarbeiteten der Kurs E2 ku07 Au sowie die Klasse 10e im Kunstunterricht persönliche Erfahrungen mit der Toilettenpapier-Hysterie. Die künstlerischen Ansätze der SchülerInnen waren dabei vielfältig: Evelyn Em hielt die zum wertvollen Objekt gewordene Klorolle mit Acryl auf Leinwand fest und versah ihr eine golden glänzende Aura, außerdem erstellte sie digitale Zeichnungen und hielt den Entstehungsprozess in einem Zeitraffer-Video fest. Janine Cramer, Chantal Kolberg und Luke Richter gestalteten Comics, in denen das Toilettenpapier die Hauptrolle spielt. Elisabeth-Sophie Mandel nähte aus Toilettenpapier Mund-Nasen-Masken – die Nähte in Grundfarben und -formen, womit sie die unterrichtliche Beschäftigung mit dem Bauhaus aufgriff. Kira Pful bemalte einzelne Blätter Toilettenpapier und fügte sie zu einem Bild zusammen. Auf Frieda Spechts Zeichnung informiert ein Aufsteller über ein Sonderangebot: zwei Rollen des begehrten Guts sind dort für 20.000 $ zu haben. Vermummte Personen schleppen Geldsäcke in eine Transferstelle, die Schlange der Kaufinteressenten setzt sich ins Unendliche fort. In Laura Cecilia Daumes Zeichnung wird ein um Hilfe rufender Junge von schwitzenden Helferlein aus einem Meer von Viren gerettet. Maria Schönemann entwarf ein witziges Design für Toilettenpapier, in dem sie das COVID-19-auslösende Virus als fieses, freches, erschreckendes und bisweilen auch niedlich daherkommendes Monster zeigt. Daume und Schönemann haben auch kolorierte Versionen ihrer Bilder erstellt.

Inspiriert wurden die SchülerInnen durch Werke der Kunstgeschichte: Marcel Duchamps Ready-made „Fountain“ ist über hundert Jahre alt. Seitdem haben Künstler immer wieder Werke rund um das Thema Toilette geschaffen: Maurizio Cattelan erschuf mit „America“ (2016) eine Plastik aus 18-karätigem Gold – eine voll funktionsfähige Tiefspültoilette US-amerikanischer Bauart. 1961 füllte der italienische Konzeptkünstler Piero Manzoni „Merda d’artista“ (deutsch: Künstlerscheiße) in Konservendosen. Vor zwanzig Jahren baute Wim Delvoy, belgischer Konzeptkünstler, die Maschine „Cloaca“, die den menschlichen Verdauungstrakt nachahmt.

Im Treppenhaus des Oberstufengebäudes, an den Fenstern der Mensa sowie im Altbau der Edertalschule wird eine Auswahl der im Homeschooling-Projekts entstandenen Arbeiten gezeigt. Im 1. Stock des Altbaus (rechts oberhalb der Stufen zum Anbau) wird neben Bildern von Maja Battenfeld und Tamia Leng auch ein eindrucksvolles Bild von Kieu Anh Tran (Ku Kn) präsentiert, die eine surrealistische Vision des Unterrichts zu Corona-Zeiten gezeichnet hat. In der Vitrine im 2. Stock werden neben den beschriebenen Arbeiten auch Masken-Designs der Klasse 5b gezeigt, die für ein Selbstporträt von Albrecht Dürer sowie für eine Fotoporträt von Frida Kahlo entstanden sind.

von Anne-Kathrin Auel


 

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