Edertalschüler zeigen ab Freitag einige ihrer früheren Stücke als Video auf Youtube
HNA, 07.05.2020: Frankenberg – Auch in Krisenzeiten bleibt die Theater-AG der Frankenberger Edertalschule kreativ: Als klar wurde, dass es in diesem Frühjahr wegen der Corona-Pandemie keine aktuelle Produktion geben würde, kam der Gruppe mit den Spielleitern Thorsten Jech und Daniel Herbrich die Idee, Videos von ausgewählten Aufführungen vergangener Jahre auf ihrem neuen, eigenen Kanal der Internet-Plattform Youtube zu zeigen. Motto: „Theater trotz(t) Corona!“
„Ein Frühjahr ohne Theater-AG darf es nicht geben“, waren sich die 40 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 13 um Spielleiter Thorsten Jech einig und fragten: „Wie wäre es, wenn wir unser Archiv öffneten und sozusagen re-live alte Aufführungen nochmal zeigten?“ Gemeinsam mit Ehemaligen der AG suchten sie nach Umsetzungsmöglichkeiten. Sie sichteten das Material und entschieden sich für einen kleinen Querschnitt der letzten 20 Jahre.
Die jungen Theatermacher wählten die Stücke „Momo“ aus dem Jahr 2015, der ersten Inszenierung mit Spielleiter Thorsten Jech in der Thonet-Fabrikhalle, und „Vier Fäuste für ein Halleluja“, ein für seinen Vorgänger Paul Möllers typisches Stück, das als Western-Version des Goethe-Klassikers 2003 am langjährigen Spielort der Gruppe im Dampfmaschinen-Museum in Schreufa auf die Bühne gebracht worden war.
Ausgewählt wurde auch „Menthesilea“ vom vorletzten Jahr, „weil gerade dieses Stück im Rahmen der Korbacher Theaterwoche zu so heftigen, kontroversen Diskussionen geführt hat“, erläutert Michael Langendörfer, der sich zusammen mit Jörg Hartmann seit vielen Jahren um die filmische Archivierung der Theater-AG-Aufführungen kümmert. „Momo“ wurde bereits am letzten Samstag gezeigt und ist weiterhin auf der Youtube-Seite der Theater-AG der Edertalschule verfügbar.
Am Freitag, 8. Mai, wird „4 Fäuste für ein Halleluja - Goethe goes Western“ ab 20 Uhr als Videopremiere zu sehen sein. Am Samstag, 9. Mai, zeigt die Theater-AG auf ihrem Kanal ab 20 Uhr mit „Menthesilea“ das wohl umstrittenste Stück der letzten Jahre noch einmal. Es fußt auf Kleists Drama um die Amazonenkönigin Penthesilea, die in Wut und Raserei verfällt und Achill, den Mann, den sie liebt und nicht lieben darf, von ihren Hunden zerfetzen lässt. „In dem Stück geht es um Männer und Frauen, das Geschlechterverhältnis und darum, welchen alltäglichen Diskriminierungen viele Frauen auch heute noch ausgesetzt sind“, erinnert sich Spielleiter Jech.
Ihr neues Stück, dessen Premiere eigentlich am Mittwoch, 6. Mai, hätte sein sollen, soll nun noch in diesem Herbst zur Aufführung kommen können, hofft die Theater-AG.
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