Hermes wurde entführt (HNA, 25.06.2015)
Abistreich an Edertalschule – Lehrer mussten Schulleiter befreien
Um neun Uhr morgens ertönte am Mittwoch an der Edertalschule in Frankenberg eine Computerstimme aus dem Lautsprecher. Sie sollte zunächst etwas Verwirrung stiften, denn sie wies darauf hin, dass der Abistreich aufgrund einiger organisatorischer Schwierigkeiten nicht stattfinden könne. Knapp 20 Minuten später war dann aber klar, dass die Abiturienten ihren großen Abschluss-Scherz selbstverständlich wie geplant auf die Beine stellen. Leidtragender war dabei Schulleiter Stefan Hermes. In einem Kurzfilm auf dem Schulhof sahen die mittlerweile herbei geeilten Schüler aus den anderen Jahrgangsstufen, dass Hermes von den Abiturienten entführt worden war. In Anlehnung an die TV-Show „Schlag den Raab“ mussten die Lehrer nun die Abiturienten bei mehreren Spielen besiegen, um ihren Chef zu befreien. Zu den Aufgaben, die es zu lösen galt, gehörte unter anderem ein Geschmacksspiel: Die Lehrer Ulrike Rupprecht, Marian Junglaß und Martina Knack mussten sich eine Brille mit undurchsichtigen Gläsern aufsetzen und nur mit Hilfe des Geschmackssinns erkennen, was ihnen aufgetischt wurde. Auch die Abiturienten bekamen die „leckeren Speisen“ serviert.
Danach ging es zum Sportplatz auf die Tartanbahn. Das Bobbycar-Rennen zwischen Lehrern und Abiturienten hatte unter lauten Anfeuerungsrufen der Schüler einen Hauch von Formel 1. Auch bei der Reise nach Jerusalem, bei der sich wiederum Abiturienten und Lehrer gegenüberstanden, war die Begeisterung der Zuschauer unüberhörbar. Zwar hatten die Abiturienten bei den Spielen meist die Nase vorn, doch den Lehrern wurde es letztlich doch erlaubt, Hermes zu befreien. Sie schlugen mit Hilfe eines Hammers und Meißels einen eingemauerten Schlüssel aus einem Betonklotz und konnten den Schulleiter so aus seinem „Verlies“ holen. Für ihr Abi-Buch hatten sich die Abiturienten zudem etwas ganz Besonderes ausgedacht. Jeder von ihnen wurde in dem Erinnerungsstück als Filmstar dargestellt und erhielt von anderen Abiturienten die Laudatio in Form von witzigen und zumeist sehr zutreffenden Kommentaren. Darüber hinaus setzten sich die erfolgreichen Schulabgänger ein Denkmal. In einer Vitrine im Schulgebäude erinnern unter dem Motto „We’ve loved to entertain you“ (deutsch: Wir haben es geliebt, euch zu unterhalten) nun ein Oscar und ein an der Wand aufgehängter Walkof-Fame-Stern an den Abitur-Jahrgang 2015. „Das hat sonst kein Abi-Jahrgang“, sagte Abiturientin Fay Eckes stolz. Gegen Mittag fand dann noch das traditionelle Fußballspiel der Schulabgänger gegen die Lehrer statt. Die Abiturienten setzten sich mit 3:0 durch.

