Jugend für Musik begeistert (HNA, 25.06.2015)
Oberstudienrat Willfried Jerrentrup verstarb im Alter von 77 Jahren
Generationen von jungen und älteren Menschen im Frankenberger Land hat er für die Musik begeistert, bis 2003 das Profil des Gymnasiums Edertalschule als „Schule mit Schwerpunkt Musik“ nachhaltig geprägt, besonders begabten jungen Instrumentalisten Karrieren für ihr Leben eröffnet – sie alle trauern mit seiner Familie um den Musikpädagogen Willfried Jerrentrup, der nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren verstorben ist. Auch im Ruhestand, als er seinen Taktstock längst dem neuen Leiter des großen Schulorchesters übergeben hatte, war Oberstudienrat a. D. Willfried Jerrentrup stets bereit, gemeinsam mit seiner Frau Eva-Maria die musikpädagogische Arbeit des Gymnasiums zu unterstützen, auch Schüler im Instrumentalspiel zu unterrichten, so lange es ihm seine Gesundheit erlaubte. Mit sichtlichem Vergnügen dirigierte er die jungen Bläser der von ihm gegründeten Big-Band der Edertalschule 2009 noch einmal beim Konzert zu ihrem 40-jährigen Bestehen. Als junger Lehrer für die Fächer Latein, evangelische Religion und Musik war der inHelsen geborene Willfried Jerrentrup 1965 an die Edertalschule gekommen. Er fand ein kleines Instrumentalensemble vor, das die Keimzelle des mittlerweile über 100, in Spitzenzeiten sogar bis 130 Musiker umfassenden Orchesters werden sollte. 1966 etablierte er eine Flötengruppe, 1970 ein Blechbläserensemble und 1979 die Bigband. „Das Orchester ist ein bewährter kultureller Botschafter des Landkreises Waldeck-Frankenberg geworden“, sagte Landrat Dr. Reinhard Kubat, als er 2010 Jerrentrup für sein Lebenswerk mit dem Kulturpreis des Landkreises Waldeck-Frankenberg auszeichnete. Das Bundesverdienstkreuz hatte der Geehrte 2003 mit großer Bescheidenheit abgelehnt. Der in Arolsen aufgewachsene Sohn eines aktiven Posaunenspielers lernte früh ein Blasinstrument, leitete bald den Sachsenberger und später auch den Frankenberger Posaunenchor. Willfried Jerrentrup wirkte als Lehrer für Bratsche, Fagott und Horn in den Orchesterklassen, sorgte in der Region für Angebote im Instrumentalunterricht und unterstützte vor allem seit 1976 den Ausbau der Kreismusikschule. Er selbst dirigierte zeitweilig neben dem MGV Liedertafel Frankenberg immer wieder in Nachbargemeinden Chöre und Singkreise, förderte die regionale Musikkultur und schrieb für die HNA Konzertkritiken. Die Schüler schätzten und ehrten ihren „Jerry“, der schon in der „0. Stunde“ Proben anbot, Hunderte von Notenseiten mit der Hand abschrieb und ihnen große Konzerterlebnisse ermöglichte. Beim Abschiedskonzert zu seiner Pensionierung in der Liebfrauenkirche überreichten sie ihrem „Maestro“ einen goldenen Lorbeerkranz, und 200 aus aller Welt angereiste „Ehemalige“ überraschten ihn mit einer eigenen Tondichtung: „Hab Dank, lieber Jerry!“

