Edertalschüler begeistern die Jury

1. und 2. Platz beim B. Braun Schülerwettbewerb

Ein unglaubliches Ergebnis erzielten die beiden Projektgruppen der Jugend-forscht-AG beim diesjährigen B. Braun Schülerwettbewerb: Sie belegten die ersten beiden Plätze von insgesamt 21 angemeldeten und 14 teilnehmenden Teams. Der erste Preis ging an Laura Hoven und Hanna-Lena Wilhelm, die fast zwei Jahre an ihrem Projekt „Der frühe Vogel kann mich mal – Faktoren für eine gute Konzentrationsfähigkeit“ arbeiteten und das Preisgeld von 3000,- Euro sowie eine zweitägige Exkursion an die Aesculap Akademie in Tuttlingen mehr als verdient haben. Der zweite Preis ging an Lucas Bemfert, Fabian Schmitz und Yannik Moryson mit ihrer Arbeit „Lernprozesse beeinflussen“. Sie erhalten 2250,- Euro Preisgeld und eine Tagesexkursion zum X-Lab Göttingen. Die Preisgelder gehen zu zwei Dritteln an die Schüler und zu einem Drittel an den betreuenden Fachbereich. Es sollen komplexere technische Analysegeräte angeschafft werden, die dann vor allem im Rahmen der Jugend-forscht-AG genutzt werden können, um auch in Zukunft weitere Erfolge zu erzielen.

Laura und Hanna-Lena haben sich in ihrer Arbeit „Der frühe Vogel kann mich mal – Faktoren für eine gute Konzentrationsfähigkeit“ mit der Fragestellung beschäftigt, wie sich die Konzentrationsfähigkeit im Tagesverlauf ändert und von welchen anderen Faktoren sie abhängig ist. Hierzu benutzten sie einen Online-Fragebogen und ein selbst entworfenen Reaktionsprogramms am Computer, womit sie an drei Tagen über 1000 Schüler der Edertalschule zwischen 11 und 19 Jahren testeten. Diese Herkulesaufgabe konnte nur durch die Unterstützung der Schulleitung, des Kollegiums und der Schülerschaft der Edertalschule gelingen und führte dazu, dass die Ergebnisse der Arbeit statistisch gut unterlegt sind und damit eine hohe Aussagekraft besitzen. Das Alter der Testteilnehmer stellte sich als der überragende Faktor dar, dem in der Auswertung alle anderen zugeordnet werden mussten. Zudem bestätigte sich, dass müde, gestresste oder kranke Probanden deutlich schlechter abschnitten, als die Kontrollgruppe. Laura und Hanna-Lena konnten zeigen, dass eine Tagesverlaufskurve stark von den institutionellen Gegebenheiten (Große Pausen, Doppelstunden, Mittagspause) abhängt und dass Pausen eine deutliche Steigerung der Konzentrationsfähigkeit bewirkten. Des Weiteren konnten sie den negativen Einfluss von Alkohol und Nikotin auf die Konzentrationsfähigkeit zeigen. Eine hohe Konzentrationsfähigkeit korrelierte mit guten Zeugnisnoten in verschiedenen Fächern und eine regelmäßige sportliche Betätigung ab 7 Stunden pro Woche wirkte sich ebenfalls positiv aus. Unerwartet war, dass die Nutzung verschiedener Medien (Internet, Fernsehen, Computerspiele, Bücher) keinen Einfluss auf die Konzentrationsfähigkeit hatte. Das überraschendste Ergebnis war jedoch, dass neben einem Schlafdefizit schon ein geringer Schlafüberschuss zu deutlich schlechteren Leistungen führte. Ein zu frühes zu Bett gehen, z.B. vor einer Prüfung, Präsentation oder wichtigen Besprechung wirkt sich daher sogar nachteilig aus. Die beiden Schülerinnen empfehlen daher für alle, die ihre Konzentrationsfähigkeit steigern wollen: Nicht zu lange (oder zu wenig) schlafen, Stress vermeiden, immer wieder kleine Pausen einlegen, wenig oder noch besser keinen Alkohol oder Nikotin konsumieren und möglichst viel Sport zu betreiben (idealerweise 1 Stunde pro Tag).

Fabian, Lucas und Yannik haben sich in ihrer Arbeit „Lernprozesse beeinflussen“ mit dem Alltag von Schülern auseinandergesetzt, die fast täglich mit dem Lernen von unbekannten Inhalten konfrontiert werden. Hierbei spielt es nach der Erfahrung der Gruppe eine große Rolle, wie die Inhalte „verpackt“, d.h. präsentiert werden. Sie haben untersucht, ob Mädchen und Jungen unterschiedlich lernen, ob ihr Alter einen Einfluss darauf hat und ob man das Lernen durch äußere Effekte beeinflussen kann, z.B. durch Musik hören. Fabian, Lucas und Yannik entschieden sich, den Test mit Schülern der Edertalschule durchzuführen. Die Schüler sollten sich neutrale bzw. geschlechtsspezifische Bilder merken, die ihnen mit einer Powerpoint-Präsentation gezeigt wurden. Die Projektgruppe fanden heraus, dass sich Mädchen leichter typisch weibliche Bilder merken, Jungen aber erstaunlicherweise nicht typisch männliche, sondern auch tendenzielle eher typische weibliche. Außerdem merkten sich Mädchen in allen Jahrgangstufen mehr Bilder als Jungen. Die Bilder am Anfang der Präsentation wurden häufiger als andere Bilder gemerkt. Die Schüler, die Musik bei der Präsentation hörten, merkten sich insgesamt weniger, als die Schüler die keine Musik hörten. Wenn man das Lernergebnis optimieren will, würde es sich nach den Ergebnissen der drei anbieten, dass man den Unterricht stärker nach Mädchen und Jungen differenziert gestaltet und  die Inhalte (z.B. Matheaufgaben) mit typisch männlich und typisch weiblich „verpackt“. Zudem sollte über eine spezielle Jungenförderung nachgedacht werden und das Lernen von z.B. Vokabeln sollte in kleinen „Päckchen“ erfolgen, da bei langen Konzentrationsreihen die Aufmerksamkeit sinkt. Zudem sollte beim Auswendiglernen keine Musik gehört werden, da sich dies negativ auf die Merkfähigkeit auswirkt.


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