Nachwuchswissenschaftler der Edertalschule präsentieren aufwendige Experimente in der Kulturhalle
Anlässlich des vierten „Tags der Naturwissenschaften“ haben Nachwuchswissenschaftler der Edertalschule interessante Ergebnisse aufgezeigt und durch naturwissenschaftliche Experimente Eindruck hinterlassen. Unter der Organisation von Bernhard Starck, Björn Croll und der tatkräftigen Hilfe weiterer Lehrer bauten die Schüler verschiedene Stände auf, an denen physikalische und chemische Versuche demonstriert wurden. Dabei beteiligten sich sechs Wahlunterrichtskurse der achten und neunten Klasse sowie Kurse der Oberstufe. Zu sehen waren unter anderem Versuche zum menschlichen Auge: Mit einer Umkehr- und Rauschbrille demonstrierten die Schüler die verschiedenen Funktionsweisen des Auges und simulierten die Sicht einer alkoholisierten Person. Weitere Experimente zeigten, wie die Schüler aus Glühwein Farbstoffe herausfilterten, dass Chemie eine bunte Angelegenheit sein kann und Physikexperimente alles andere als langweilig sind. Im Rahmen des „YEA“-Projekts stellte eine weitere Schülergruppe die Funktionsweisen eines Schrittmotors dar, wie er auch als Scheibenwischermotor im Auto verwendet wird.
„YEA“ ist ein von der Edertalschule angebotenes Schülerprogramm, an dem sich interessierte Schüler beteiligen können. Dieses Projekt entstand in Zusammenarbeit mit den Viessmann-Werken in Allendorf und mit der Unterstützung der Technischen Hochschule Mittelhessen: Es hat das Ziel, Schüler für ein Ingenieursstudium zu begeistern und den Einstieg zu erleichtern (wir berichteten). Der Abend der Naturwissenschaften begeisterte nicht nur Eltern und Gäste. Auch die Schüler, die ein ganzes Schuljahr für die Vorbereitungen benötigt hatten, waren guter Stimmung. Denn sie bewiesen voller Stolz, dass sie in der Schule mit Stift, Papier und Köpfchen handfeste Ergebnisse erarbeitet hatten. Höhepunkt des Abends war ein Schülerwettbewerb. Dabei wurde die beste „optische Täuschung“ bewertet. Die anwesenden Gäste mussten dazu im Verlauf des etwa einstündigen Rundgangs Punkte verteilen: Den ersten Platz erreichten dabei Laura Dzubiella und Mirjam Sulzmann. Mit ihrer „unmöglichen Kiste“ demonstrierten sie eine gelungene Täuschung, die manche Zuschauer in die Irre führte. Für Organisator Bernhard Starck war der Abend ein voller Erfolg: „Diesmal waren jede Menge Besucher da und es war schön, dass alles geklappt hat“, resümierte er. Den Abend der Naturwissenschaften nutzten die Schüler auch, um die Ergebnisse der „Jugend forscht“-Gruppen zu präsentieren. Drei einzelne Schülergruppen haben an der Edertalschule eigene Forschungsprojekte vorangetrieben und errangen mit einem ihrer Ergebnisse den ersten Platz beim regionalen Entscheid der „Jugend forscht“ - Wettbewerbe im Februar. Gewonnen haben Laura Hoven und Hanna-Lena Wilhelm. Sie haben sich gefragt, welche Faktoren die Konzentrationsfähigkeit beeinflussen, und untersuchten unter dem Motto „Der frühe Vogel kann mich mal“ 1000 Schüler an drei unterschiedlichen Tagen. Mit Umfragebögen und einem eigens dafür entwickelten Reaktionstest untersuchten die Nachwuchsforscherinnen die Konzentrationsfähigkeit der Schüler. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass Faktoren wie die Tageszeit, Müdigkeit, körperliche Fitness und der Gesundheitszustand die Konzentrationsfähigkeit erheblich beeinflussen. Ab Mitte März 2012 nehmen sie am Landesentscheid teil und vertreten damit die Edertalschule auf der überregionalen Ebene. Eine andere Gruppe beschäftigte sich dem Problem des steigenden Energiebedarfs in der Gesellschaft und suchte nach alternativen Brennstoffen. Eine spezielle Algenart, die sich besonders durch rasantes Wachstum und Temperaturbeständigkeit auszeichnet, wäre aus Sicht der Jugendlichen als Energiequelle geeignet. Durch spezielle Verfahren und chemische Aufbereitung kann aus dieser Pflanzenart Biokraftstoff gewonnen werden, der den Energiebedarf in Zukunft decken könnte. Für diese Forschungsarbeit erhielten Laura Dzubiella, Janina Meyer und Stephanie Koch den zweiten Platz bei dem regionalen Jugendwettbewerb. Eine dritte „Jugend forscht“-Gruppe nahm sich eines anderen Problems an: Sie beobachtete die unterschiedlichen Lernprozesse bei Jungen und Mädchen. Dabei untersuchte sie mit 150 Schülern die Merkfähigkeit und die unterschiedlichen Einflussfaktoren. Dazu mussten die Probanden eine Reihe von Experimenten durchlaufen, mit denen die Merkfähigkeit getestet wurde. Die jungen Forscher kamen letztendlich zu dem Schluss, dass Mädchen eine tendenziell bessere Merkfähigkeit aufweisen als Jungen und Musik einen negativen Einfluss auf die Gedächtnisleistung hat. Auch diese Gruppe, bestehend aus Fabian Schmitz, Yannik Moryson und Lucas Bemfert, wurde mit dem zweiten Platz im Regionalentscheid belohnt.