Greta Schween gelingt das „Tor des Tages“.
Die Jungen erreichen Rang 7.
Ein schöneres Drehbuch hätten die betreuenden Lehrkräfte Alisa Kroh, Lisa Magel und René Engel selbst nicht schreiben können: Ausgerechnet zum 100-jährigen Schuljubiläum durften sich erstmals in der Geschichte der Edertalschule gleich zwei Fußball-Mannschaften beim Landesentscheid in Grünberg mit den besten Schulen Hessens messen. Nach zwei Jahren Pandemiepause hatten die Mädchen und Jungen der Jahrgänge 2006 - 2008 den lang ersehnten Re-Start des Schulwettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ genutzt, waren im Frühjahr auf Kreis-/ Schulamts- und Regionalebene gegen die große Konkurrenz der Burgwaldschule sowie der Schulen aus Melsungen, Kassel und Vellmar jeweils ungeschlagen geblieben und erhielten so als Vertreter des Verbundes Nordhessen je einen der acht begehrten Startplätze in der hessischen Finalrunde. „Dies war aber wahrlich kein Selbstläufer“, resümiert der lizensierte Trainer René Engel: „Unter anderem pandemiebedingt kamen allein in dieser Wettkampfklasse insgesamt 30 unterschiedliche Schüler*innen zum Einsatz.“
Im Auftaktspiel bekamen es beide Teams sogleich mit dem Profinachwuchs der „Eliteschule des Fußballs“ (CvW) aus Frankfurt zu tun, die jährlich Top-Anwärter auf den Titel auf Bundes- und Europaebene ist. Das Mädchenteam stellte hier auf eine 4er-Kette, das Jungenteam auf eine 5er-Kette um. Das Verdichten der Defensive führte dazu, dass die Frankfurter Teams zwar spürbar mehr Spielanteile besaßen, ihnen aber letztlich kaum ein Durchbruch in torgefährliche Räume gelang. So hatten die Frankenberger Jungen selbst schließlich die größte Chance des Spiels: Luke Hanatschek scheiterte jedoch aus acht Metern mit einem halbhohen Abschluss am Frankfurter Juniorennationaltorwart - so blieb es hier am Ende bei einem beachtlichen 0:0. Die Frankenberger Mädchen zeigten insgesamt eine ähnlich gute Disziplin, jedoch nutzten die Frankfurterinnen gleich zu Spielbeginn eine kleine Unaufmerksamkeit in der Frankenberger Defensive aus und erzielten das 1:0. Lea Ruckert und Hannah Haus hatten nach feinen Schween-Pässen in die Schnittstellen der Abwehr jeweils den Ausgleich gegen die späteren Turniersiegerinnen auf dem Fuß, blieben aber glücklos.
Die Mädchen besiegten im Anschluss die Vertreterinnen des Schulsportzentrums (AWS) Kirchhain verdient durch schöne Tore von Pauline Schween sowie Hannah Haus, und mussten nun im letzten Gruppenspiel aufgrund des schlechteren Torverhältnisses zwingend gegen den bis dato Gruppenzweiten der (AMS) Viernheim gewinnen. In dieser Drucksituation bewies man Nervenstärke: Eine deutliche Leistungssteigerung und drei schön herausgespielte Tore nach Tempogegenstößen ebneten den Weg zum 3:1-Endstand und damit ins Halbfinale (Treffer durch Pauline Schween, Klara Molodych und Lea Ruckert).
Den Jungen, die ohne einige Offensivkräfte anreisen mussten, fehlte in Spiel 2 gegen Oberursel ein wenig die Durchschlagskraft im Angriff. Chancen für David Scholl und Luis Engel nach mehreren guten Steilpässen von Belmin Dizdarevic wurden vom Gegner stets rechtzeitig entschärft. Ein unglückliches Eigentor bescherte hier am Ende leider ebenso eine 0:1-Niederlage wie das abschließende Gruppenspiel gegen die „Partnerschule des Leistungssports“ (EHS) Wiesbaden, den späteren Turniersieger im Finale gegen Frankfurt. Eine überragende Torwartleistung von Leon Höfer hielt das Spiel gegen drückend überlegene Wiesbadener aber lange offen. Am Ende hatte Luis Engel sogar die Chance zum Ausgleich, auch ein fälliger Strafstoß blieb den Spielern der ETS leider verwehrt.
Mit Wiesbadens Elite bekamen es im Halbfinale dann auch die Frankenberger Mädchen zu tun. Situatives Pressing und schöne Ballstafetten brachten für Hannah Haus, Lisa Thiele sowie Greta und Pauline Schween einige gute Abschlusssituationen. Letztlich entschied ein unglücklich aufsetzender Distanzschuss, den die im Turnier stark aufspielende Torfrau Dana Kuhnhenne nicht mehr parieren konnte, die Partie leider zugunsten der Südhessinnen.
Im fünften Spiel über 25 Minuten um Platz 3 gegen die Fulda- und Offenbachbezwinger aus Oberursel trat man bei drückender Hitze auf dem Grünberger Kunstrasen dann noch einmal sehr dominant auf. Viele Angriffe liefen über die linke Außenbahn von Luisa Chiarello. Es dauerte jedoch bis kurz vor Spielende, ehe sich Greta Schween ein Herz fasste, aus 18 Metern eine Volleydirektabnahme wagte und für einen - erneut drehbuchreifen - Turnierabschluss sorgte: Mit der Flugbahn und Wucht des vielfach zitierten „Strichs“ schlug der Ball gänzlich unhaltbar genau unter der Latte des gegnerischen Tores ein, was nach dem Erfolg von 2019 erneut den Gewinn der viel umjubelten Bronzemedaille bedeutete.
Das Spiel um Platz 7 der Jungen gegen Ebsdorfergrund avancierte zum abschließenden Spektakel für die Zuschauer: „Hüben wie drüben“ wurden Spieler teils mit Mehrfach-„Tunneln“ trickreich ausgespielt, Bälle erst kurz vor der Torlinie geklärt und oft rettete nur das Aluminimum beide Abwehrreihen. Im anschließenden Elfmeterschießen - die Gegner zeigten hier noch sehenswerte Flickflack-Jubel - versenkten die Frankenberger jeden Ball souverän und sicherten sich mit nur zwei Gegentreffern im gesamten Turnier am Ende den 7. Rang im Hessenfinale (Treffer durch Luis Engel, Xaver Koppe, Belmin Dizdarevic und Max Knoche).
Das Bild zeigt hinten (von links) Trainer René Engel, David Scholl, Xaver Koppe, Max Engel, Luis Engel, Jannis Waßmuth, Hauke Lapp, Tom Böhle, Lisa Thiele, Hannah Haus, Betreuerin Hanna Brussmann, Trainerin Alisa Kroh; davor (von links) Max Knoche, Tim Schinke, Luke Hanatschek, Belmin Dizdarevic, Greta und Pauline Schween, Mia Schwaner, Lea Ruckert, Klara Molodych, Luisa Chiarello und Marlen Sonneborn; vorne Torhüter Leon Höfer und Torfrau Dana Kuhnhenne.