Sie proben mit den Profis (HNA, 30.06.2017)
Vor dem Open-Air-Classic bei Beil üben Schüler mit Musikern des Staatstheaters
[...] Bei zwei Workshops [...] in der Kulturhalle haben die Mitglieder des großen Orchesters von 16 Profimusikern des Staatstheaters Kassel den letzten Feinschliff für das Konzert unter freiem Himmel erhalten. „Jede Stimme übt ihre Stimme, für jedes Instrument gibt es einen Lehrer“, erklärt Markus Wagener, der musikalische Leiter des Konzerts – beispielsweise für die Celli, für die Schlagwerke, für die Trompeten oder die Hörner. „Es ist wie beim Fußball“, sagt Wagener: „Der Stürmer trainiert das Sturmspiel, der Abwehrspieler das Abwehrverhalten.“ Nach dem Kennenlernen und einer ersten gemeinsamen Probe entschwanden Dozenten und Schüler dann auch ganz schnell im gesamten Schulgebäude. Fast aus jedem Klassenraum war anschließend Musik zu hören, jedes schwierige Detail des Konzerts wurde einstudiert. Vor allem auf die Tonsauberkeit wurde großer Wert gelegt, aber auch, ob zu weich oder zu hart, zu leise oder zu laut gespielt wurde. „Abstimmungsprobleme“ wurden beseitigt. Wie immer einige Tage vor dem Konzert arbeiteten die Profimusiker aus Kassel nun schon zum dritten, vierten oder fünften Mal intensiv mit den Orchestermitgliedern aus Frankenberg und Bad Arolsen. „Die Musiker des Staatstheaters kommen immer gerne nach Frankenberg“, sagt der Leiter des Frankenberger Sinfonieorchesters. „Die Kasseler sind Überzeugungstäter“, lobt sein Bad Arolser Kollege Rainer Böttcher. Besonders freut sich Markus Wagener, dass jedes Jahr auch neue Mitglieder des Orchesters in den Genuss der Workshops mit den Profis kommen. Durch den jährlichen Abgang der Abiturienten hat das Orchester immer eine große Fluktuation. „Unsere Orchester sind die Durchlauferhitzer der Schule“, merkt Böttcher augenzwinkernd an. „Wir machen hier Ausbildung pur“, sagt Markus Wagener – die Profimusiker des Staatstheaters seien absolute Fachleute. „In unseren Orchestern spielen Allrounder, die Kasseler Musiker sind Spezialisten.“ Früher sei viel Geld für die Konzerte in Stars wie Justus Franz investiert worden: „Jetzt kommt das Geld in den Workshops direkt unseren jungen Musikern zugute. Das ist fantastisch.“ In Hessen habe keine andere Schule die Möglichkeit, mit externen Musikprofis „dieser Güte“ zu üben, sagt Wagener – „und diese Zusammenarbeit hebt auch das Niveau des Open-Air-Konzerts.“
„Schule war Heimat“ (HNA, 29.06.2017)
28 ehemalige Edertalschüler trafen sich 50 Jahre nach dem Abitur zum Wiedersehen
„50 Jahre Abitur“ – dieses Jubiläum haben jetzt 28 ehemalige Schülerinnen und Schüler der Frankenberger Edertalschule gefeiert: Vor einem halben Jahrhundert hatten sie an dem Gymnasium ihre Reifeprüfung abgelegt. „Wir waren damals der erste G8-Jahrgang“ merkte der heutige Offenbacher Reinhard Brand bei der Begrüßung in der Aula der Schule schmunzelnd an: „Direkt vor dem Abitur hatten wir zwei Kurzschuljahre“ - deshalb hätten etliche der damaligen Schüler das Abi-Zeugnis auch schon mit 17 Jahren in der Tasche gehabt. Heute haben die Schüler an dem Gymnasium die Wahl, ob sie das Abitur in acht (G8) oder neun Jahren (G9) machen wollen. „Wir waren eine verschworene Gemeinschaft“, erinnerte sich Brand. In einem Punkt waren sich die „Gold-Abiturienten“ auch fünf Jahrzehnte nach dem Prüfungsstress vollkommen einig: „Die Schule hat uns sehr viel gegeben.“ Insgesamt 67 Schüler machten 1967 an der Edertalschule gemeinsam ihr Abitur, acht Mitschüler sind bereits verstorben. An dem Abi-Jubiläum nahmen 28 ehemalige Schulkameraden teil. Zur Begrüßung gab es Sekt, viele Erinnerungsfotos wurden geschossen, ein Streicherensemble des Gymnasiums machte Musik - und im Fensterglas der Aula konnten immer noch dieselben Tugenden wie vor 50 Jahren nachgelesen werden: Gehorsam, Fleiß, Dankbarkeit und Gottesfurcht. Die „goldene Abifeier“ hatte der Frankenberger Karl-Peter Goos organisiert: „Wir waren damals zwar politisch schwierig, trotzdem sind wir immer gerne in die Schule gegangen“, sagte Goos: „Die Schule war unsere Heimat, die Schulzeit war eine richtig schöne Zeit.“ Deshalb seien aus dem 1967er-Abi-Jahrgang letztlich auch viele interessante berufliche Karrieren hervorgegangen. „Wir haben heute viele Mediziner, hochrangige Mathematiker und Lehrer in unseren Reihen.“ Unter dem Strich wurden bei dem Treffen der ehemaligen Frankenberger Gymnasiasten vor allem viele Erinnerungen ausgetauscht – beispielsweise, dass damals noch Aufnahmeprüfungen für das Gymnasium gemacht werden mussten oder dass es in der damaligen Klasse 13b nur Jungen gegeben habe: „Deshalb hatten wir auch keine zwischenmenschlichen Probleme“, scherzte Goos. Das Fazit des Abi-Jubiläums: „Für uns ist diese Schule etwas, das uns verbindet.“ Deshalb soll es das nächste Klassentreffen des 1967er-Jahrgangs auch schon im Jahr 2020 stattfinden. Bei einem Rundgang mit dem stellvertretenden Schulleiter Uwe Neumann und dem ehemaligen Schulleiter Winfried Deichsel erfuhren die 1967er noch viele Neuigkeiten aus ihrem alten Gymnasium, das derzeit 1050 Schüler hat, Tendenz steigend.
Bei der Überreichung der Abizeugnisse am Frankenberger Gymnasium Edertalschule wurden Auszeichnungen für besondere Leistungen verliehen. Die Übergabe der Auszeichnungen und Preise nahm Studienleiterin Melanie Eckstein zusammen mit den Fachbereichsleitern vor. Die Preise: Religionpädagogisches Institut der evangelischen Kirche: Jan-Luca Neumark, Nosa Debus, Marlena Kesper, Tabea Scheele; Verband der Schulgeographen: Cecilia Feisel, Louisa Garthe; Deutsche Mathmatikervereinigung: Ingrid Dippel; Deutsche physikalische Gesellschaft: Ingrid Dippel; Mitgliedschaft in der Deutschen physikalischen Gesellschaft: Florian Fuchs, Markus Langguth, Henri Merle, Jan-Luca Neumark; MINT-Zertifikate: Laura Hallmann, Jan-Luca Müller, Dina Röhle, Theresa Vaupel, Johanna Wolf, Alexander Zülch; Gesellschaft deutscher Chemiker: Jan-Luca Müller. Das Bild zeigt die besonders geehrten Abiturienten.