Die Vorbereitungen für Weihnachten sind im vollen Gange: Plätzchen backen, das Zimmer weihnachtlich dekorieren, Weihnachtsgeschenke shoppen und zwischendurch mal eben nebenbei noch für die ganzen Klassenarbeiten und Klausuren lernen. Das kann ganz schön viel sein.
Besonders wenn man bedenkt, dass die Adventszeit ja auch besinnlich sein soll. Deswegen laden wir Euch ein, in dieser stressigen Zeit vor Weihnachten einmal ganz bewusst zur Ruhe zu kommen und den ganzen Trubel vor der Tür zu lassen.
Schaut gerne vorbei!
Diese Landesfinalteilnahme ist eine Premiere für die Edertalschule. Denn auch wenn es in den letzten Jahren kein Landesfinale ohne ein Team der ETS gab, waren es doch immer die älteren U18-Teams, die sich für selbige qualifizierten. Dieses Jahr konnte aber aufgrund der Altersstruk-tur innerhalb der Volleyball-AG kein U18-Mädchen-Team gebildet werden, sodass die Verant-wortung und Hoffnung auf den Schultern der jüngeren Spielerinnen lasteten. In dieser Alters-klasse wird auf ein etwas verkleinertes Feld im 4 gegen 4-Modus gespielt, wobei die spieltakti-schen und -technischen Anforderungen dieselben sind.
Fünf Schulen aus Nord- und Osthessen versuchten in Vellmar, den Einzug ins Landesfinale der sechs besten hessischen Schulteams zu schaffen. Dafür musste das Turnier gewonnen werden, weil sich aktuell nur die Siegerinnen sicher qualifizieren. Das im „Jedes gegen jedes-Modus“ ausgetragene Turnier stellte somit auch eine hohe Anforderung an die Konzentrations- und Ausdauerfähigkeit aller Beteiligten. Und gerade hier machte das Team der ETS einen hervorra-genden Job.
In den ersten beiden Spielen gegen Hilders und Fulda waren die Gegnerinnen mit dem Auf-schlagdruck, der Annahmequalität, der Zuspielpräzision und der Angriffsvariabilität des ETS-Teams völlig überfordert. Mit zwei deutlichen und ungefährdeten 2:0-Siegen war man zu diesem Zeitpunkt durchaus auf Finalkurs. Erst im dritten Spiel gegen die Lokalrivalinnen aus Battenberg kam der Spielfluss der ETS ein klein wenig ins Stocken, sodass die Battenbergerinnen den ersten Satz verdient mit 15:12 für sich entscheiden konnten. Durch taktische Umstellungen und Anpas-sungen fing sich das Team der ETS im zweiten Satz aber wieder und fand zu gewohnter Stärke und Dominanz zurück. Durch konsequente taktische Disziplin, gute Abwehrarbeit und druckvolle Angriffe wurden die folgenden beiden Sätze mit 15:6 und 15:8 souverän gewonnen. „Diese klei-ne Negativerfahrung des Satzverlustest war und ist enorm wichtig für den Zusammenhalt und die mentale Stärke des Teams“, resümierte Coach Krämer anschließend. „Eine solche kleine Schwächeperiode zu meistern ist enorm gut für den Team-Spirit und das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten, was im Hinblick auf das hochklassig besetzte Landesfinale noch von gro-ßem Nutzen für uns sein kann“, konstatiert der Coach mit Blick auf die anstehenden Herausfor-derungen. „Die teaminterne Geschlossenheit und Leistungsdichte sind dabei nämlich das größte Kapital unseres Teams.“
Im letzten Spiel gegen die Gastgeberinnen aus Vellmar gaben sich die Spielerinnen der Edertal-schule keine Blöße mehr und fegten diese mit einem glatten und ungefährdeten 2:0-Sieg vom Feld.
Ungeschlagen und mit insgesamt nur einem Satzverlust qualifizierte sich das Mädchen-U16-Team der Edertalschule also für das Landesfinale der sechs besten hessischen Schulteams und hat sich dafür als Underdog fest vorgenommen, die Stützpunktschulen aus Süd- und Mittelhes-sen im Februar mal wieder ein wenig zu ärgern.
Das U16-Team der ETS:
Laura Casella, Tessa Happe, Amelie Pakura, Mayla Pakura und Elina Schulte. Coach: Markus Krämer
Schüler der Edertalschule erinnerten in Gedenkfeier an den 9. November 1938
Für die Schüler der Frankenberger Edertalschule war es eine erschreckende Erkenntnis: In der alten Aula ihres Gymnasiums in der Geismarer Straße feierten am Abend des 9. November 1938 örtliche NS-Formationen, die meisten in Uniform, Hitlers ersten Putschversuch in München 1923, bevor sie von dort zur Synagoge im Scharwinkel losmarschierten und sie demolierten. „Während für euch heute diese Schule ein Ort der Begegnung, des Austausches und der Freundschaft ist, unabhängig welcher Religion jemand angehört oder welche Herkunft jemand hat, bildete unsere Schule damals den Ausgangpunkt für Ausgrenzung, Hass und Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung“, sagte Schulleiter Markus Koch, als er in der Kulturhalle eine Gedenkveranstaltung für Oberstufenschüler einleitete, in der an die Ereignisse dieser Pogromnacht erinnert und der Opfer des Holocaust aus Frankenberg gedacht wurde. „Es ist unsere Aufgabe, dies nie wieder zuzulassen!“ Diesen Auftrag hatten sich die beiden Leistungskurse im Fach Geschichte schon vor Wochen selbst gegeben. Sie forschten im Archiv der HNA nach Artikeln zum Ablauf dieser Pogromnacht 1938, in der Nazi-Horden Synagogen verbrannten, jüdische Geschäfte und Wohnung stürmten, und setzten auf einer Großbildwand Text- und Bildmaterial aus dem Frankenberger Stadtarchiv ein, das das Schicksal einzelner Frankenberger Bürger schilderte, die zusammen mit mehreren tausend „Aktionsjuden“ am 10. November 1938 in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt wurden. Dabei wurde sichtbar, dass an den Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung Frankenbergs am Tag nach dieser „Kristallnacht“ nicht nur ausgewachsene SA- oder SS-Schergen in Uniform teilnahmen, sondern auch ehemals gute Nachbarn und Schüler der Frankenberger Schulen. Ein historisches Foto zeigte, wie Kinder auf dem durch die Hainstraße ins Teichgelände gerollten Auto des verhafteten Lehrers Ferdinand Stern herumtrampelten. Zu im Stadtarchiv erhalten gebliebenen Bildern von am 10. November 1938 nach Buchenwald deportierten jüdischen Bürgern verlasen Mitglieder aus dem Leistungskurs-Team Berichte von Zeitzeugen und Lebensdaten der Opfer. In einem Gedenkraum präsentierten sie an Stellwänden die Zeitungsartikel aus dem HNA-Archiv, eigene Kommentare zur Pogromnacht in Frankenberg vor 87 Jahren und ein Videointerview, das 2020 der damals 17-jährige Edertalschüler Simon Klos 2020 mit dem Frankenberger Zeitzeugen Fritz Neuschäfer (1928-2021) über dessen Erlebnisse im Nationalsozialismus führte. Musikalisch begleitet wurde die Gedenkfeier von Matthias Müller am Klavier. „Die ab 1933 zunehmende Schikane, Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung im Deutschen Reich, die letztendlich im schrecklichen Völkermord an den Juden endete, war kein Ereignis, das die Menschen aus dem Raum Waldeck-Frankenberg aus der Ferne betrachteten“, sagte Oberstudiendirektor Markus Koch. Dies zeige das von den Schülern dokumentierte Material. „Wir wollen gegen das Vergessen vorgehen, indem wir genau diese örtlichen Schicksale zum Thema machen und die Vorgänge von damals beleuchten. Demokratiebildung ist heute ein wichtiger Baustein an der Edertalschule.“
Text und Bild: Karl-Hermann Völker, HNA vom 12.11.2025
Bildunterschrift:
Bilder und Dokumente der Opfer: Die Geschichts-Leistungskurse der Edertalschule, begleitet von ihren Lehrern Markus Koch (links) sowie (von rechts) Andrea Schöne und Matthias Müller, erinnerten in einer Gedenkfeier in der Kulturhalle an die Ereignisse der Pogromnacht vom 9. November1938. Das Foto im Hintergrund zeigt die Kennkarte des jüdischen Gemeindevorstehers Emil Plaut, der 1942 in Auschwitz ermordet wurde.