Ein Jahr in den USA zu leben und zur Schule zu gehen – für viele ist das ein großer Traum. Für Lea, 16 Jahre alt, wurde dieser Traum im letzten Schuljahr Wirklichkeit. Über die Austauschorganisation International Experience verbrachte sie ihr Auslandsjahr in Mountain Home, einem kleinen, ländlichen Ort im US-Bundesstaat Idaho, dessen Einwohnerzahl in etwa der von Frankenberg entspricht.
Der Bewerbungsprozess begann gut ein Jahr vor Leas Auslandsaufenthalt. Nach der Auswahl der Organisation führte diese mit Lea ein Videointerview durch, es fanden Informationsgespräche statt, und viele Fragebögen mussten ausgefüllt werden. Danach lud die Organisation ein Profil von Lea hoch, um eine passende Gastfamilie zu finden. Zur Vorbereitung ihrer Zeit in den USA gehörte außerdem ein dreitägiges Seminar in Köln.
Lea lebte bei einer Gastfamilie mit vier Gastgeschwistern, darunter ein Mädchen in ihrem Alter. Ihre Gastschwester machte ihr die Eingewöhnung leicht, stellte Lea allen ihren Freunden vor und half ihr am Anfang, sich in der Schule zurechtzufinden.
Ihre High School besuchte sie als Sophomore, was der 10. Klasse entspricht. Auf dem Stundenplan standen Pflichtfächer wie Mathematik, Englisch, Biologie und Geschichte, ergänzt durch Wahlfächer wie Kunst, Design, Sport und Hausaufgabenbetreuung. Leas Eindruck war, dass der Unterricht viel lockerer ist als in Deutschland. Die Lehrer waren entspannt, und die Tests dauerten oft nur zehn Minuten. Am Ende des Schuljahres gab es dann einen größeren Abschlusstest.
Nachmittags drehte sich fast alles um Sport – ein zentraler Bestandteil des amerikanischen Schulalltags. Lea probierte Cross-Country, Tennis und Fitness aus. Da die meisten Schülerinnen und Schüler nach dem Unterricht an Sportprogrammen teilnahmen, blieb sie oft bis 18 Uhr an der Schule.
Auch sprachlich kam sie gut zurecht: Am Anfang war das Englisch natürlich eine Herausforderung, aber sie konnte alles recht gut verstehen – und mit der Zeit wurde es immer einfacher. Freundschaften zu schließen, fiel ihr ebenfalls leicht, da die Mitschülerinnen und Mitschüler sehr offen und hilfsbereit waren.
Das Leben in Idaho auf einer Farm unterschied sich auch von Leas Alltag in Deutschland. Samstags half sie beim Putzen und beim Füttern der Tiere, ritt regelmäßig und unternahm Ausflüge, zum Beispiel nach Boise, der nächsten großen Stadt mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten. Außerdem standen Sportturniere am Wochenende und Reisen auf dem Programm – unter anderem nach Utah, in den Yellowstone-Nationalpark und nach Kalifornien.
Manche Eindrücke waren allerdings auch gewöhnungsbedürftig: Mit Waffen gehen die Menschen dort viel lockerer um, fand Lea, und das Essen ist oft ungesünder – sehr viel Fast Food und alles in XXL. Autofahren darf man in Idaho schon ab 14½ Jahren – allerdings durfte Lea aus Sicherheitsgründen selbst nicht fahren.
Ihr Fazit nach einem Jahr in den USA fällt durchweg positiv aus: Lea würde jedem ein Auslandsjahr empfehlen. Man sollte offen sein, alles mitmachen und einfach das Beste aus dieser einmaligen Erfahrung herausholen.





