Edertalschule sammelt Spenden für Erdbebenopfer
Mehr als 50 000 Todesopfer und 28 Millionen Betroffene. Die Auswirkungen des Erbebens an der syrisch-türkischen Grenze sorgen weltweit für Anteilnahme. Auch unter den Schülern und Lehrern der Frankenberger Edertalschule, die einen Benefizabend zugunsten der Erdbebenopfer veranstalteten. Am Mittwochabend trugen Schüler in der Kulturhalle Gedichte vor, sangen Lieder und tauschten Selbstgemachtes gegen Spenden. Alles unter dem Motto „Eine Stunde für die Erdbebenopfer in Syrien und der Türkei“. „Der erste Impuls kam von den Schülern“, sagte Lehrerin Insa Reinhardt. Sie und zwei weitere Kolleginnen hatten federführend die Planung des Abends übernommen. Die Schüler stellten zunächst eine Spendendose in der Mensa auf. Daraufhin entstand die Idee, einen weiteren Abend unter dem Motto „eine Stunde für...“ zu veranstalten. Das letzte Mal hatte das Gymnasium einen solchen Abend für die Opfer des russischen Angriffskrieges in der Ukraine organisiert. Zwischen Liedvorträgen und Lesungen trugen zwei Schülerinnen einen Info-Block zur Lage in der Erdbebenregion vor. Die Spenden des Abends sollen zusammen mit den Einnahmen des Chorkonzerts am 10. März der „Aktion Deutschland hilft“ übergeben werden.
Spendenaktion auch bei Chorkonzert
Unter dem Motto „Wir sind wieder da“ veranstalten die Chöre der Frankenberger Edertalschule ihr erstes Konzert nach der Corona-Zwangspause. Es findet am Freitag, 10. März, ab 19 Uhr in der Kulturhalle statt. Auch hier soll der Erlös der Getränke und Snacks in der Konzertpause den Menschen im türkischen und syrischen Erdbebengebiet zugute kommen. Der Unterstufenchor unter der Leitung von Johanna Tripp und der Mittel- und Oberstufenchor mit seinem Leiter Matthias Müller haben in der Jugendherberge Waldeck ein ansprechendes Konzertprogramm vorbereitet, teilt die Schule mit. Die jugendlichen Sängerinnen und Sänger werden dem Publikum ein international vielseitiges Liedprogramm bieten. Auch der Kollegiumschor der Schule sowie Solisten und Instrumentalisten werden mitwirken. Der Eintritt kostet 2,50 Euro, Karten im Vorverkauf sind im Sekretariat der Edertalschule sowie in den Buchhandlungen Jakobi, Hykel und Francke erhältlich.
Text: Eike Rustemeyer
Fotos:A.R.
Edertalschüler sprachen in Workshop über die DDR-Diktatur
Stasi, Planwirtschaft, Propaganda und Marxismus: Bereits das ganze Schuljahr beschäftigt sich die Jahrgangsstufe 13 der Edertalschule in Frankenberg mit der jüngeren ostdeutschen Geschichte. Nun haben die Schüler an einem Workshop zur DDR-Historie mit dem Titel „Wege zur Freiheit“ teilgenommen. Den Workshop leitete Referentin Kristin Kallweit vom Verein „Deutsche Gesellschaft“. Ziel des Vereins ist die Förderung politischer, kultureller und sozialer Beziehungen. Organisiert wurde der Tag von Geschichtslehrer Burkhard Wick. Wie dienlich bist du für den Staat? Was machen deine Eltern beruflich? Bist du ein potenzieller Aufwiegler? Diese Fragen entschieden in der DDR maßgeblich über Abiturzugang und Karrieremöglichkeiten, wie Kallweit den Schülern erklärte. Der Notendurchschnitt: häufig Nebensache im Regime. Doch Schule war nur einer von vielen Programmpunkten des Workshops. Auch das sozialistische Weltbild spielte eine Rolle. Dafür hatte Kallweit Anschauungsmaterial mitgebracht und unter den Schülern verteilt. Der 19-jährige Steffen Mey inspizierte beispielsweise eine vergilbte Ausgabe der „Trommel“. Dabei handelte es sich um die Wochenzeitschrift der Freien Deutschen Jugend (FDJ), der Jugendorganisation der in der DDR alleinherrschenden Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Von der Teilung Deutschlands in einen Ost- und Weststaat habe er vor dem Schuljahr und dem Workshop schon viel gehört, beispielsweise in Erzählungen von Großeltern. Trotzdem habe er viel Neues gelernt, vor allem über die Scheinheiligkeit der Diktatur: „Das System gaukelte Solidarität vor, gleichzeitig gab es aber die Stasi, die jeden überwachte und Misstrauen verbreitete.“ Die Willkür der innenpolitischen Geheimpolizei „Staatssicherheit“ schockierte auch Mitschülerin Carla Ludolph (18). „Es konnte einfach jeden treffen“, sagte sie. Melina März (18) fand besonders erschütternd, dass Kinder benutzt wurden, um die Eltern auszuspionieren. Dass die DDR auch heute noch einen großen Teil des Geschichtsunterrichts ausmacht, halten die drei für wichtig. „Die Aufklärung darüber darf nie aufhören“, sagte Melina. Diese Meinung teilt auch Kristin Kallweit. Die Geschichte des eigenen Landes zu kennen, sei in vielerlei Hinsicht wichtig. Im Kontext Meinungs- und Pressefreiheit leugnender Querdenker zu wissen, was der Verlust dieser Freiheiten tatsächlich bedeutet, erachtet sie als wertvoll. Außerdem helfe die Auseinandersetzung mit dem geteilten Deutschland dabei, die heutigen Gegebenheiten im damaligen DDR-Gebiet zu verstehen. Von der Unzufriedenheit vieler Ostdeutscher bis zu AfD-Wahlerfolgen. Vom Vorwissen und Engagement der Edertalschüler sei die Referentin positiv überrascht worden. „Sie sind alle sehr motiviert und interessiert“, sagte sie.
Text und Foto: Eike Rustemeyer, HNA
Bildunterschrift:
Die DDR-Zeitschrift „Trommel“ wird von Steffen Mey (rechts) unter die Lupe genommen.
Acht Ensembles trafen sich in Frankenberg beim Regionalkonzert hessischer Schulen
Es war ein Musikfest der Begegnung, des aufmerksamen Zuhörens und der gegenseitigen Wertschätzung: 265 junge Instrumentalisten, Sängerinnen und Sänger in acht Ensembles aus drei Schulen des Landkreises Waldeck-Frankenberg trafen sich am Freitag erstmals nach drei Pandemie-Jahren in der Frankenberger Kulturhalle wieder zum traditionellen Konzert „Schulen in Hessen musizieren“. Gemeinsam vielfältige Musikkultur zu erleben, der Präsentation und dem Austausch Raum zu geben, so Gertrud Will (Frankenberg) als Vertreterin des Bundesverbandes Musikunterricht (BMU) in der Begrüßung, seien an diesem Tag in ganz Hessen bei acht Regionalkonzerten möglich. Gertrud Will wie auch Markus Koch, der Schulleiter der gastgebenden Edertalschule, freuten sich dabei nicht nur über die erneute Begegnung mit Chören und Orchestern der seit Jahren eng kooperierenden Christian-RauchSchule in Bad Arolsen, sondern auch die erstmalige Teilnahme einer Gruppe aus der Arolser Heinrich-Lüttecke Schule. Ihre Musik-AG hatte mit Melanie Prost eigens für diesen hessischen Schulmusiktag ein experimentelles Percussion-Projekt („Fading“, „Faded“) erarbeitet, das nun mit viel Rhythmusgefühl und kraftvollem Drive aufgeführt wurde. Singfreudig und mit guter Artikulation hatte der Unterstufenchor der Edertalschule unter der Leitung von Johanna Tripp das Konzert eröffnet („Moonlight Shadow“). Dann stellten sich die Klassenorchester der Orchesterklassen 8 und 9 des Arolser Gymnasiums, geleitet von Werner Sostmann, mit einem schmissigen „Can Can“ von Jaques Offenbach und einem in bester Santana-Manier rhythmisch ausgefeilten „Oye Como Va“ vor. Alicia Keller war die Gesangssolistin. Von trompetenblitzender Klassik („Triumphmarsch aus Aida) bis edelstem Schweden-Pop (ABBA-Medley) reicht bereits das Repertoire des Jugendsinfonieorchesters der Christian-Rauch-Schule mit Lisa-Maria Siegel am Dirigentenpult. Großen Popsound entwickelte auch das Jugendorchester der Edertalschule, abwechselnd von Johanna Tripp und Martin Fischer geleitet. Zu einem großartigen Gesangsensemble schloss sich Unter- und Oberstufenchor des Arolser Gymnasiums beim gesungenen und gestampften „African Hallelujah“ zusammen, starken Beifall gab es auch für das sprachspielerische estnische Werk „Küla Kuuleb“. Den swingenden Abschluss des Konzerts mit viel Blechbläser-Druck bot das SmokeRevival-Orchestra der Christian Rauch-Schule, von Werner Sostmann präzise gesteuert. Nachdem Gertrud Will allen teilnehmenden Gruppen Urkunden verteilt hatte, nahm das gemeinsam gesungene Abschlusslied diese Stimmung auf: „Singen und swingend gehen wir alle nach Haus, denn das war ein Ohrenschmaus!“ Will dankte besonders dem Organisator Matthias Müller und allen Helfern, die dieses Begegnungskonzert ermöglicht hatten.
Text und Fotos: Karl-Hermann Völker, HNA