Mal ein bisschen Revolution (HNA, 19.06.2017)

Mal ein bisschen Revolution (HNA, 19.06.2017)

Kurse Darstellendes Spiel der Edertalschule schilderten Ende der „fetten Jahre“

mal ein bisschen revolution 190617Der Film des österreichischen Regisseurs Hans Weingartner „Die fetten Jahre sind vorbei“ aus dem Jahr 2004 regte die beiden Kurse „Darstellendes Spiel“ des Frankenberger Gymnasiums Edertalschule zu Fragen an: Wie lebt es sich zwischen Alltag und Anarchie? Warum nicht mal „ein bisschen Revolution“ machen? Und dann legten sie los, schlüpften in Kostüme, probten den Rollenwechsel. Sie zückten die Sprühdosen, stellten imaginäre Villen auf den Kopf und fesselten die reichen Hausbesitzer. Zweimal vor etwa 400 Zuschauern zeigten die Schülerinnen und Schüler der 12er-Kurse in der Kulturhalle das Ergebnis ihrer von Thorsten Jech und Andrea Weiß geleiteten kursübergreifenden Zusammenarbeit: Herausgekommen war ein turbulentes Kaleidoskop von Bildern, Szenen, Slowmotion, Pantomimen und Rückblenden. Das Publikum, manchmal von den Schauspielern umzingelt, war teilweise mittendrin. Da sprühten Jung-Revoluzzer Parolen an weiße Wände, diskutierten als weise Weltverbesserer Sätze wie „Kann man wirklich mit Geld Spaß haben?“, versanken dann auch wieder ganz nachdenklich und ernsthaft in Utopien: „Ich will etwas verändern!“ Flucht in die bunte lebensferne Hippiewelt, Anpassung an die gesellschaftlichen Normen, Rache der radikalen Rebellen? Die jungen Theatermacher der Edertalschule spielten alle Handlungsmöglichkeiten und Spielvarianten durch, wechselten blitzschnell die Perspektiven. 40 Schülerinnen und Schüler hatten an diesem Projekt gearbeitet. Die Besucher der beiden Aufführungen drückten ihre Anerkennung am Ende mit herzlichem Beifall für alle Teilnehmer der Kurse Darstellenden Spiels aus.