Studien-Leistungen schon in der Schulzeit (wlz-fz, 15.01.2015)

Studien-Leistungen schon in der Schulzeit (wlz-fz, 15.01.2015)

Frankenberger Gymnasium und Technische Hochschule Mittelhessen arbeiten zusammen

zusammenarbeit edertalschule thm wlz fz 15 01 2015Gemeinsame Bildungslandschaft statt Inseln der Bildung: Das Frankenberger Gymnasium und Studium Plus arbeiten zusammen, um das Angebot höherer Bildung im Altkreis zu vertiefen.Nach dem Abitur direkt an die Hochschule – ohne daheim ausziehen zu müssen: In Frankenberg ist das durch die Außenstelle von Studium Plus, dem dualen Studienangebot der Technischen Hochschule Mittelhessen, seit mehr als fünf Jahren möglich. Seit gestern arbeiten das Gymnasium Edertalschule und die Hochschule auch offiziell eng zusammen: Schulleiter Stefan Hermes und Prof. Dr. Anita Röhm, geschäftsführende Direktorin von Studium Plus, unterzeichneten einen Kooperationsvertrag. „Ich freue mich, dass es endlich geklappt hat“, sagte Hermes – und Röhm sekundierte: „Zur Edertalschule haben wir die längste Beziehung“, diese sei nun auch auf formale Füße gestellt. Durch derartige Verträge würde aus einzelnen Bildungsträgern im Landkreis eine kreisweite Bildungsinitiative werden, die letztlich dem Ziel eines lebenslangen Lernprozesses diene. Konkret geht es in der Zusammenarbeit darum, den Edertalschülern der Oberstufe die Chance zu geben, vor Erreichen der Hochschulreife bereits in den Studienalltag hineinzuschnuppern. Stefanie Kruppa, bei Studium Plus für die Schulkooperationen verantwortlich, verwies auf die Möglichkeit, an eigens dafür eingerichteten Seminaren teilzunehmen. „Hier in Frankenberg bieten wir etwa Business-English an, in Biedenkopf Soziale Kompetenz“, sagte sie. In den Ferien können Schüler diese Seminare besuchen und im Falle eines Studiums ihre erbrachten Leistungen sogar anrechnen lassen. Es ist für Studium Plus nicht die erste Zusammenarbeit mit einer Schule im Landkreis Waldeck-Frankenberg: Bereits seit einigen Jahren bestehen Kooperationsverträge mit der Alten Landesschule in Korbach sowie den beiden beruflichen Schulen. Und auch mit der Edertalschule gibt es bereits eine – anders gelagerte – Zusammenarbeit: Edertalschülern wird im Rahmen der „Young Engineers Academy“ (YEA), an der auch Viessmann beteiligt ist, die Möglichkeit geboten, in den Studienalltag und die Praxisphasen hineinzuschnuppern. Auch dort können sie erbrachte Leistungen in einem möglichen späteren Studium anerkennen lassen. An diesem Programm nehmen von der Edertalschule pro Jahrgang etwa 25 Schüler teil. „Das ist natürlich Ansporn für Schüler mit besonderem Engagement“, sagte Stefan Hermes über das neue und freiwillige Angebot. Er drückte seine Freude aus, als Schule ein weiteres Bildungsangebot im Programm zu haben. Nicht vergessen werden dürfe aber, dass es die Hauptaufgabe des Gymnasiums bleibe, Schüler auf ein reguläres Studium an einer Hochschule vorzubereiten.  Gleichwohl erkannte er an, dass sich die Bildungslandschaft gewandelt habe und der Bedarf aus Wirtschaft wie Schülerschaft nach einem Studienangebot in der Region bestehe. Er habe das Interesse, Schülern möglichst breite Horizonte zu eröffnen – inhaltlich wie auch mit Blick auf ihre Zukunftsperspektiven. Die Technische Hochschule sei dabei der richtige Partner, denn „die Kooperation bei YEA klappt ganz hervorragend“. Friedhelm Pfuhl vom Fachdienst Schulen des Landkreises betonte das Ziel, Bildung über das Abitur in der Region zu verorten. Mit Leben gefüllte Kooperationen wie jene zwischen Studium Plus und den weiterführenden Schulen sollten helfen, die Verzahnung der Bildungseinrichtungen zu stärken.