Mal nach oben gucken (HNA, 19.12.2014)
Stück für Stück enthüllt der Frankenberger Adventskalender ein Kirchenfenster
Jeden Tag ist ein weiterer Ausschnitt zu sehen, am 24. Dezember wird das Gesamtkunstwerk enthüllt: Die einzelnen Kalenderblätter des großen Frankenberger Adventskalenders sind
mindestens einen Quadratmeter groß und hängen in der Neustädter Straße in Frankenberg – mitten in der Fußgängerzone. Beteiligt waren rund 90 Schüler der Edertalschule.
Vorlage war ein Kirchenfenster aus der Kirche „Notre Dame de Royan“ in Frankreich, wie Kunstlehrerin Ulrike Rupprecht verrät. Zu sehen sind Szenen der Geburt Jesu
Christi. Von den kleinen Ausschnitten passt allerdings ein Ausschnitt nicht in das Bild, wie Rupprecht mit einem Lächeln andeutet. Welcher der 23 Kalenderblätter es ist, wollte sie aber nicht verraten. „Das kann man dann am 24. sehen, wenn man die Ausschnitte mit dem Gesamtbild vergleicht.“ Rupprecht ist nicht nur über die Ergebnisse ihrer
Schüler erfreut – auch bei dem Verlauf des Projekts hat sie positive Entwicklungen festgestellt: „Am Anfang waren sie noch recht vorsichtig. Sie haben eben noch nicht mit solchen Formaten gearbeitet. Aber nach einiger Zeit trauen sie sich immer mehr zu.“ Gemalt wurden die Bilder im Kunstunterricht und der Mal-AG. Angefangen haben die Jugendlichen im Alter von 13 bis 15 Jahren bereits im Oktober – vor den Herbstferien. Damit die Bilder das raue Winterwetter überstehen, wurde mit Abtönfarben gemalt: „Die sind relativ wetterfest und außerdem schön zu verarbeiten.“ An jedem einzelnen Ausschnitt waren außerdem gleich mehrere Schüler beteiligt – auch um Farbe zu sparen, wie Schülerin Isabell Christ aus Grüßen erklärt: „Wenn man gerade eine Farbe angemischt hat, dann verteilt man die eben gleich auf mehrere Bilder, um sie nicht zu verschwenden.“
„Man muss einfach mal nach oben gucken, dann kann man den schönen Adventskalender sehen“, sagt Rupprecht.


