„Jetzt können alle mit Rico lachen“ (wlz-fz, 08.04.2014)
Autor Andreas Steinhöfel erklärt Edertalschülern, wie es zu den Geschichten um Rico und Oskar kam
Mit viel Humor hat der Autor Andreas Steinhöfel gestern die Fünft- und Sechstklässler der Edertalschule unterhalten. Er las für die Kinder aus seinen unterhaltsamen Büchern über Rico und Oskar. Kurzweilig und offen beantwortete er die vielen Fragen der Kinder. Andreas Steinhöfels erfolgreiche Jugendbuchreihe über die zwei Jungs Rico und Oskar spielt zwar in Berlin, ist aber auch bei den Frankenberger Edertalschülern bekannt. Gestern las der gebürtige Battenberger Autor daraus vor und brachte die Kinder nicht nur mit den geschriebenen Geschichten immer wieder zum Lachen. Rico ist ein tiefbegabtes Kind, dem die Gedanken oft durchgehen. Sein Leben und seine Abenteuer mit seinem hochbegabten Freund Oskar schildert er in einem Tagebuch. Spitzfindig und keck beschreibt er die Welt aus seinen Augen. „Manchmal fällt aus meinem Gehirn einfach was raus“, chreibt er. „Ich bin ja nicht freiwillig doof.“ Die drei Bücher über Rico und Oskar sind für Steinhöfel ein voller Erfolg. Offen verrät er den Kindern, dass er damit viel Geld verdiene. Ein viertes wollte er eigentlich nicht schreiben – macht er jetzt aber doch, da mit er sich danach zur Ruhe setzen kann. Außerdem verriet der 52-Jährige den gebannt lauschenden Kindern, dass die Inspiration für seine Bücher immer aus dem Alltag kommt. Beispielsweise habe er einen Artikel über hochbegabte Kinder gelesen – daraus sei die Idee für Oskar entstanden. Die Geschichte hatte er schon geplant und aus Sicht von Oskar geschrieben. „Da hat mir Rico aber leid getan, weil er so doof war und alle nur über ihn lachten“, erklärte Steinhöfel den Edertalschülern. Also habe er die Geschichte aus Sicht von Rico erzählt. „Eine Geschichte lebt von Gegensätzen und Konflikten. Sonst liest die keiner.“
Eigentlich wollte der gebürtige Battenberger kein Schriftsteller werden, sondern lieber Regisseur. Weil er sich allerdings über ein Kinderbuch geärgert habe, fing er an zu schreiben. Mit 29 Jahren brachte er sein erstes Buch heraus. „Ich mag nicht, dass Kinder ein Buch nicht nur zum Spaß lesen dürfen, sondern immer etwas daraus lernen sollen“, sagte Steinhöfel. Auch gebe es Menschen, die Bücher gar nicht mögen. „Lasst euch dann nicht verunsichern“, sagte er mit entschuldigendem Seitenblick auf die Deutschlehrer. Das Lieblingsbuch von Steinhöfel ist sein „Es ist ein Elch entsprungen“, darin sei viel von ihm verborgen. Das Buch sei eine Reaktion auf die Scheidung seiner Eltern gewesen. „Das war das Klügste, was meine Eltern gemacht haben. Ich habe trotzdem drei Tage geweint“, erzählte er. In lustige Anekdoten verpackt erfuhren die Kinder, wie ein Buch durch die Hände eines Lektors wandert, nachdem Steinhöfel etwa ein halbes Jahr daran geschrieben hat; und sie erfuhren, dass er Schreibblockaden habe. „Die längste hat drei Jahre gedauert“, verriet er. „Das war eklig.“ Woher die kommen, konnte er nicht beantworten. Eigene Kinder hat Steinhöfel nicht. „Ich wollte immer drei Kinder, aber mein Freund und ich konnten keine adoptieren“, erklärte er. Eltern meinten immer, dass man drei Kinder haben müsse, um Kinderbücher schreiben zu können. „Die frage ich dann immer, wie viele Menschen ich erschießen muss, um einen Krimi schreiben zu dürfen“, sagte er mit einem Lachen. Das neue Jugendbuch von Steinhöfel heißt „Anders“, verriet er gestern den Schülern. Es soll im Herbst auf den Markt kommen.


