Batman in der Halle des Bergkönigs (wlz-fz, 07.03.2014)
Jugendsinfonieorchester der Edertalschule zeigt seine Vielfalt mit Klassik, Solo-Konzerten und Filmmusik
Mit einer eindrucksvollen Leistung haben die jungen Künstler des Gymnasiums den hohen künstlerischen Anspruch des Orchesters untermauert – auch dank eines starken Abi-Jahrgangs. Die größte Leistung zeigten die Musiker des Jugendsinfonieorchesters schon zu Beginn der beiden Orchesterkonzerte Freitag und Samstag: Nach der Superman-Fanfare folgten der dritte und vierte Satz aus Beethovens fünfter Sinfonie. Das Orchester beeindruckte mit exakten Einsätzen, gutem Zusammenspiel sowie genauer Rhythmik und Intonation auch bei technisch schwierigen Passagen. Es war somit zwar der musikalische Höhepunkt, doch das Orchester hatte im Laufe der folgenden zweieinhalb Stunden noch einiges mehr zu bieten. Etwa gleich mehrere Werke Edvard Griegs, beginnend mit dem Präludium „Aus Holbergs Zeit“. Wagener gelang es, die Musiker stets sicher zusammenzuhalten, wenn es rhythmisch etwas aus einanderzulaufen drohte. In den Streichern wurden Pizzicato- Stellen sehr sauber gespielt, feinfühlig erklangen die Melodielinien. „In der Halle des Bergkönigs“ aus der Peer-Gynt-Suite war auch Teil des traditionellen Orchesterstreichs: Schüler Benedikt Kantert übernahm den Taktstock, Markus Wagener und Musiklehrer Martin J. Fischer tanzten in Tutus durch die Kulturhalle. Für den Klang eines Ensembles sind viele Musiker verantwortlich, zwei Solisten stachen aber heraus: Jana Engelhard spielte versiert, sicher und mit viel Freude Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert in e-Moll. Benedikt Kantert bot mit Griegs Klavierkonzert in a-Moll ein selten gehörtes Werk.
Die unterschiedlichen Nuancen arbeitete er sauber heraus, ließ den Wechsel aus wuchtigen Akkorde und spielerischen Melodien gut gelingen. Klassisches im ersten, Zeitgenössisches im zweiten Teil: Nach der Pause spielte am Freitag zunächst das Jugendorchester. Bei der Leitung wechselten sich Martin J. Fischer und Gertrud Will ab. „Hymn“, „Deutscher Tanz“ und das „Matrosenlied“ hießen ihre Stücke. Am Samstag trat die Orchesterklasse 6d unter Martin J. Fischer auf und spielte den Marsch aus „Josua“, ein Menuett und ein Medley aus Lady-Gaga-Hits. Anschließend starteten die Bläser des Jugendsinfonieorchesters mit dem Marsch „Die Sonne geht auf“ – passend zum Konzertmotto „Durch die Nacht zum Licht“. Den Abschluss des offiziellen Konzertprogramms bildeten drei Titel, die bei Musikern und Publikum gleichermaßen gut ankamen: Das Medley „A Tribute to John Williams“ enthielt eine Zusammenstellung bekannter Filmmusiken vom „Weißen Hai“ bis zu „Indiana Jones“. Grandios gespielt war „The Dark Night“, die Musik zu „Batman“, bei der ein FledermausSchatten an der Wand der Kulturhalle zu sehen war. Mit knackigen Bläsern und einem runden Gesamtklang hinterließ das Orchester dabei einen hervorragenden Eindruck. Den Abschluss bildete ein Medley aus dem Musical „Les Misérables“, das bisweilen auch zum Mitklatschen anregte. „Abends will ich schlafen gehen“, hieß es dann als Zugabe: Christian Traute und Damian Bischoff spielten auf Euphonium und Bariton, begleitet vom Orchester. Mit der Schulhymne „Pomp and Circumstance“ endete das Konzert nach knapp zweieinhalb Stunden. Jedes Jahr nach dem Abitur steht das Orchester vor einem kleinen Neuanfang, der in diesem Jahr besonders gravierend ausfällt. Grund ist der Doppeljahrgang infolge von G8. Nach Angaben von Dirigent Markus Wagener verlassen 35 Musiker das Orchester nach der Reifeprüfung. Ob Originalwerke von der Schwierigkeit einer Beethoven-Sinfonie schon im nächsten Jahr wieder auf dem Programm stehen, bleibt deshalb abzuwarten. Der zweite Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer der Edertalschule, Markus Pfuhl, hatte die Besucher zu Beginn des Konzerts begrüßt. Am Freitag waren unter den Gästen unter anderem Ingrid Hübl als Vertretung der Schulleitung und der langjährige Orchesterleiter Wilfried Jerrentrup. Konzertmeisterin war Anna-Sophie Kobus.


