Erfolg für die „Young Engineer Academy“ (wlz-fz, 18.11.2011)

Erfolg für die „Young Engineer Academy“ (wlz-fz, 18.11.2011)

Angebot von Edertalschule und Viessmann bei Messe in Wiesbaden ausgezeichnet · Roboter-Bau als Leitprojekt.
Schüler von 24 Gymnasien haben bei der Messe ihre Projekte aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik vorgestellt. Die Edertalschüler wurden mit dem dritten Preis ausgezeichnet.

auszeichnung mint award yea projekt wlz fz 18 11 2011

Frankenberg. Wie berichtet nehmen derzeit 25 Schüler aus der Jahrgangsstufe elf des Frankenberger Gymnasiums an dem Projekt „Young Engineer Academy“ (YEA) teil. Der Edertalschule geht es darum, die so genannten MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu stärken. Der Heiztechnikhersteller Viessmann will die Schüler für technische Berufe begeistern und den potenziellen Ingenieurs-Nachwuchs aus der Region an sich binden. Das Leitprojekt der YEA ist die Entwicklung eines Roboters. Dabei reichen die Lernfelder vom Metallbau bis zur Programmierung. Die teilnehmenden Schüler erhalten fächerübergreifenden Unterricht in Programmierung, technischem Englisch und Automatisierungstechnik. Außerdem stehen praktische Übungen in Messen, Steuern, Regeln und Robotik auf dem Lehrplan.

Nicht zuletzt gibt es „Schnuppervorlesungen“ für die Schüler an der Technischen Hochschule Mittelhessen. Teamtraining und Projektmanagement als Schlüsselqualifikationen stehen ebenso auf dem Programm der YEA wie Betriebspraktika bei Viessmann. Dort arbeiten die Schüler ebenso mit Ausbildern und Auszubildenden zusammen wie mit Konstrukteuren, die den Prozess der technischen Entwicklung erläutern.„Die Schule ist oft zu verkopft. Hier geht es um die praktische Anwendung von Mathematik und Physik“, beschreibt Lehrer Bernhard Starck einen wesentlichen Gewinn durch die YEA. Während es in anderen Bundesländern bereits vergleichbare Projekte gebe, sei die Initiative in Hessen einzigartig. „Die Schüler sind sehr begeistert dabei, auch wenn sie zwei Unterrichtsstunden pro Woche zusätzlich haben“, berichtet Starck. Die Initiative bei der YEA sei von den Viessmann-Werken ausgegangen, so Starck. Deren Ausbildungsleiter Georg Glade erklärt, dass die verschiedenen Lernorte für die Schüler sehr interessant seien. Weil es bei dem Projekt auch darum gehe, die Abwanderung junger, gut ausgebildeter Leute aus dem ländlichen Raum aufzuhalten, habe sich die YEA um den Demografie-Preis der Staatskanzlei beworben. Während die Schüler auf ihr Abschneiden bei diesem Wettbewerb noch mit Spannung warten, freuen sie sich schon ausgiebig über den Erfolg bei der Wiesbadener Messe, die Lehrer Starck auch als eine Art Ideen-Börse wahrgenommen hat. Aus Sicht von Schulleiter Winfried Deichsel ist die Auszeichnung in Wiesbaden, die übrigens mit einem Preisgeld von tausend Euro verbunden ist, ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Zertifizierung der Edertalschule als MINT-Schule. Darum werde sich das Frankenberger Gymnasium im nächsten Frühjahr jedenfalls erneut bewerben. Von einer Anerkennung verspricht sich Deichsel Sponsorengeld für besondere Projekte. Außerdem erhalten MINT-Schulen pauschal eine halbe Lehrerstelle mehr für den naturwissenschaftlichen Fachbereich. Vergleichbar ist das übrigens mit dem Schwerpunkt Musik, für dessen Anerkennung die Edertalschule ebenfalls zusätzliches Personal bekommt. Allerdings hat die Landesregierung zwischenzeitlich sehr vielen Schulen den musikalischen Schwerpunkt bescheinigt, wohingegen die MINT-Schulen nach wie vor ein recht erlauchter Kreis sind.