Crashkurs fürs Leben für die 10. Klassen
Wie finde ich meine erste Wohnung, was steht eigentlich auf einer Gehaltsabrechnung – und was hat die SCHUFA mit meinem zukünftigen Leben zu tun? Mit Fragen wie diesen beschäftigten sich die 10. Klassen beim erstmals durchgeführten „Zukunftstag – Dein Crashkurs fürs Leben“ im Dezember 2025, der den seit drei Jahren etablierten Wahlunterricht zur Verbraucherbildung um ein lebendiges, praxisnahes Format für alle ergänzte. Einen ganzen Schultag lang drehten sich drei Workshops um Themen, die im Unterricht sonst oft zu kurz kommen, im Alltag aber über finanzielle Sicherheit und Selbstständigkeit entscheiden.
Im Workshop Wohnen ging es um die Frage: „Traumwohnung oder Kostenfalle?“ Die Schülerinnen und Schüler rechneten durch, was eine erste eigene Wohnung realistisch kostet, lernten, wo sie seriöse Angebote finden und worauf sie bei Besichtigung, Unterlagen und Wohnungsübergabe achten müssen. Dazu kamen ganz praktische Hinweise zu Rechten und Pflichten als Mieter*in sowie Tipps zur Finanzierung, damit der Start in die eigenen vier Wände nicht am Kleingedruckten scheitert.
Der Workshop Steuern nahm ein Thema in den Blick, das viele Jugendliche zunächst nur mit komplizierten Formularen verbinden: Wofür zahlen wir eigentlich Steuern, und was bedeutet das konkret für meinen Nebenjob oder das erste Ausbildungsgehalt? Anhand von Beispielen wurde erklärt, wie sich eine Gehaltsabrechnung zusammensetzt und welche Abzüge auf dem Weg vom Bruttolohn zum Nettolohn eine Rolle spielen. Steuerklassen, Steuererklärung und die Möglichkeit, Ausgaben steuerlich abzusetzen, gaben den Schüler*innen einen ersten Überblick über ein System, das sie mit dem ersten eigenen Einkommen unmittelbar betrifft.
Im Bereich Finanzen stand die Frage im Raum: „Wie behalte ich mein Geld im Griff – und nicht umgekehrt?“ Die Jugendlichen beschäftigten sich damit, warum es wichtig ist, Inflation zu verstehen, und weshalb unüberlegte Kredite schnell zur Belastung werden können. Sie klärten, welche Rolle die SCHUFA spielt, warum frühes Sparen sich auszahlt und welche Chancen, aber auch Risiken, in Aktien und Fonds stecken. Der Unterschied zwischen Spekulation und Investition sowie ein Blick auf sinnvolle Versicherungen für den Start ins Erwachsenenleben rundeten den Workshop ab.
Es zeigt sich: Verbraucherbildung ist kein „Nice-to-have“, sondern eine wichtige Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Für die Edertalschule ist der Zukunftstag deshalb mehr als ein einmaliges Projekt – er ist ein Ausblick. Aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen aus dem Wahlunterricht und diesem Projekttag soll Verbraucherbildung künftig noch stärker im Schulalltag verankert werden.
Organisiert wurde der Zukunftstag von der gemeinnützigen Initiative für wirtschaftliche Jugendbildung gGmbH.

