Das Jugendsinfonieorchester der Edertalschule gastiert in der Frankenauer Kirche
Die Augen schließen und sich in den Weiten Amerikas wiederfinden: Das konnten die Besucher beim Auftaktkonzert des Jugendsinfonieorchesters der Edertalschule. Am Sonntag war ein Teil des Konzertprogramms in der evangelischen Kirche zu Frankenau zu hören.
Das Orchester saß dicht gedrängt im Altarraum des Gotteshauses, das sich für 75 Minuten – zumindest im Kopf – durch die Fanfare von 20th Century Fox sofort in einen Filmsaal verwandelte. Unter dem Motto „Hollywood in Concert“ spielten die Schüler Melodien aus zahlreichen Filmen, die mit Oscars ausgezeichnet oder dafür nominiert wurden. „Worte wenden sich an den Verstand“, sagte Markus Wagener, Leiter des Orchesters, „doch die Musik wendet sich an unser Gefühl, und dem kann man kaum ausweichen. Daher ist Filmmusik das, was Schüler am liebsten spielen.“ Und es sind vor allem die Helden, die die Filmwelt bereichern: Forrest Gump, der Hobbit, der mit seinen großen haarigen Füßen durch das Auenland und Mordor stapft. Johnny und Baby, die im Film „Dirty Dancing“ zu „Time of my life“ selbst Senioren zum Tanzen bringen. Kevin Costner als Robin Hood oder Tom Cruise als Agent in „Mission Impossible“ – sie alle sind „Gut gegen Böse“, und die Musik wurde für die Ewigkeit komponiert. Erstaunlich ist, dass selbst Filmmusik aus den 60er- Jahren bei den Schülern gut ankommt. Während Lorne Greene alias Ben Cartwright in „Bonanza“ über die Mattscheibe ritt, hielt es die Bläser des Orchesters kaum auf den Stühlen. Und wer kennt sie nicht, die „Glorreichen Sieben“? Das breit aufgestellte Repertoire des Schulorchesters hielt aber auch andere Besonderheiten bereit: So wurde das Streicherstück „Palladio“ von Karl Jenkins von einem Cajon begleitet. Das selten gespielte Klarinetten-Konzert B-Dur von Anton Dimler war ein sehr schön vorgetragenes Stück von Abiturientin Luisa Engel. Heimlicher Höhepunkt des Nachmittags war Lars Erik Larssons Konzert für Posaune und Streicher. „Das haben Sie sicherlich noch nie gehört“, sagte Wagener in seiner Moderation. „Lassen Sie es erst mal wirken, und staunen Sie dann.“ In der Tat honorierten die Zuhörer das Posaunenspiel des Abiturienten Christian Traute mit stehendem Applaus, denn die zunächst befremdlich klingende Komposition löst sich immer wieder in Harmonie auf, und Trautes herrlich weiches Posaunenspiel ließ erahnen, wie intensiv er dieses Stück erarbeitet hat. Unter diesen Umständen sind die beiden Schulkonzerte mit Big Band und Jugendorchester mit Spannung zu erwarten. Am Freitag, 6. März, und Samstag, 7. März, finden die Orchesterkonzerte um jeweils 19 Uhr in der Kulturhalle in Frankenberg statt. Karten gibt es in der Buchhandlung Jakobi und im Sekretariat der Edertalschule, Restkarten an der Abendkasse. Wer möchte, kann das Konzert in Abendkleidung besuchen. Gäste sind aber auch in normaler Kleidung ebenso willkommen.
Mit einem hervorragenden dritten Platz auf Landesebene beenden die Volleyballerinnen der Edertalschule Frankenberg ihre diesjährige „Jugend trainiert für Olympia“-Teilnahme.
Nach den Turniersiegen auf Kreis- und Regionalebene durften sich die WK III-Volleyballerinnen (Jg. 2000-2003) nun auf dem Landesfinale in Wiesbaden mit der Konkurrenz aus ganz Hessen messen. Dabei gelang den Edertalschülerinnen mit einem ungefährdeten 2:0-Auftaktsieg gegen Michelstadt ein guter Turnierauftakt. Aus einer soliden Annahme heraus konnten die Spielerin-nen ihre Ballsicherheit nutzen, um die Gegnerinnen aus Südhessen in Schach zu halten. Auch im zweiten Gruppenspiel gegen die körperlich überlegenen Spielerinnen aus Vellmar konnten die Frankenbergerinnen zunächst durch sicheres, recht fehlerfreies Spiel und kämpferischen Einsatz in der Feldabwehr die Begegnung lange offen halten. Letztlich sorgten aber die „Netzhoheit“ und der größere Angriffsdruck der Nordhessinnen für eine 0:2 Niederlage.
Aufgrund dieser Niederlage musste das Team der Edertalschule nun als Zweitplatziertes im Halbfinale gegen den übermächtigen Vorjahressieger des Bundesfinales in Berlin antreten. Gegen das Team der Elly-Heuss-Schule Wiesbaden, das als komplettes Talentförderteam des Volleyballstützpunktes mit nationalen Kaderspielerinnen antrat, waren die Frankenbergerinnen chancenlos. Letztlich ging das Spiel gegen den späteren Turniersieger und erneuten Bundesfinalteilnehmer aber mit 0:2 verloren. Lediglich im zweiten Satz, nachdem die Anfangsnervosität gegen den Turnierfavoriten abgelegt worden war, gelangen einige spektakuläre Ballwechsel, bei denen die Stärke des jungen Teams der Edertalschule deutlich sichtbar wurden: Einsatzfreude, Ballsicherheit und taktische Disziplin. Hier machte sich auch die Erfahrung der jungen Frankenberger Spielerinnen positiv bemerkbar, die sie in ihren Vereinsteams beim TSV Frankenberg sammeln können. „Von dieser Kooperation zwischen Schule und Verein profitieren beide Seiten – und das ist gut so!“, analysiert Coach und Lehrer Markus Krämer das vielversprechende Auftreten des Teams.
Genau diese Eigenschaften sorgten im „kleinen Finale“ um Platz drei gegen die sehr starken und ungewöhnlich großgewachsenen Spielerinnen aus Wetzlar für ein äußerst spannendes, enges und phasenweise hochklassiges Match. Anfangs dominierten noch die druckvollen Angriffe und Blockaktionen der Gegnerinnen aus Wetzlar das Spiel, wodurch der erste Satz aus Sicht der Frankenberginnen auch knapp mit 22:25 verloren ging. Im Verlaufe des zweiten Satzes konnten die Frankenbergerinnen aber durch ihren kämpferischen Einsatz in der Feldabwehr und taktische Disziplin im Angriff dem Spiel immer mehr ihren Stempel aufdrücken. Trotz körperlicher Unterlegenheit brachte das Team der Edertalschule so die Gegnerinnen vor allem durch gekonnte und intelligente Lobaktionen im Angriff schier zur Verzweiflung. Gerade die längeren Ballwechsel entschieden die Mädchen der Edertalschule nun immer häufiger für sich und gewannen dadurch die folgenden beiden Sätze mit 25:19 und 15:12 völlig verdient. „Die Bronzemedaille ist ein riesen Erfolg, der uns sehr freut“, betont Coach Krämer zufrieden. „Man muss in diesem Kontext einfach akzeptieren, dass durch die Talentförderzentren hier in Wiesbaden mit einem Volleyball-Erstligisten im Rücken die Rahmenbedingungen natürlich völlig andere sind und dadurch auch eine Art sportliche Zweiklassengesellschaft entsteht. Wir werden trotzdem weiterhin versuchen, die Favoriten immer wieder ein bisschen zu ärgern“, verspricht Coach Krämer im Hinblick auf die folgenden Jahre schmunzelnd.
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