Arena der starken Frauen (HNA, 27.04.2018)
Theater-AG der Edertalschule feierte mit „Menthesilea“ Premierenerfolg
Keine kleine Guckkastenbühne mit Vorhang, nein, eine große, offene Theaterarena erwartete die Zuschauer in der Frankenberger Kulturhalle, als die Theater-AG der Edertalschule am Mittwoch mit ihrer diesjährigen Eigenproduktion „Menthesilea“ in Anlehnung an Kleists Trauerspiel „Penthesilea“ Premiere feierte.
Kampf der Geschlechter in der Antike, Sexismus und Patriarchat, Herabwürdigung der Frauen in unserer Gesellschaft – auf mehreren Handlungsebenen reflektierten die jungen Theaterleute die Rolle der Frau kreativ, selbstsicher und konfliktbewusst. Das Publikum belohnte sie am Ende mit lang anhaltendem Beifall.
Prologartig und episch wurden die Zuschauer auf die Handlungsstränge der Penthesilea-Achill-Tragödie damals sowie Frauendiskriminierung mit Ängsten und Bedrohungen heute eingestimmt. Das gesprochene Wort schwebte aus Saallautsprechern über der Arena, lateinische und griechische Sprache schuf Distanz zur Historie.
Vorstellungsgespräche mit Chef-Bewerberin-Rollenspielen, frauenfeindliche Chauvi-Witze, Kommentare von bajuwarischen „Paartherapeuten“ und rollenkonforme Barbie-Marionetten rückten dafür die reale Gegenwart umso näher. Gezielte „Störungen“ unterbrachen die beiden Handlungsstränge immer wieder und erzwangen so vom Zuschauer reflexive Aufmerksamkeit, nicht immer ganz leicht, aber doch faszinierend.
Dorian Feisel forscht bei Firma Merck (HNA, 26.04.2018)
Edertalschüler bei Schülerprojekt in Darmstadt
Was haben Unternehmensgründer Friedrich Jacob Merck und die Teilnehmer des Erfinderlabors gemeinsam? „Leidenschaftliche Neugier“, betonte Prof. Dr. Klaus Griesar im Atrium des Darmstädter Wissenschafts- und Technologieunternehmens. Der Leiter der Abteilung „Science Relations“ war vom Wissensdurst und der Motivation aller 16 Oberstufenschüler begeistert. Zum 25. Mal hatte das Zentrum für Chemie (ZFC) mit Sitz in Bensheim ausgewählte junge Hochleister aus ganz Hessen eingeladen, um ihnen Einblicke in eine Zukunftstechnologie zu ermöglichen. Diesmal zum Thema Organische Elektronik. In vier Teams experimentierten jeweils acht Schülerinnen und Schüler mit organischen Leuchtdioden und Solarzellen aus halbleitenden Materialien. Darunter auch Dorian Feisel von der Edertalschule in Frankenberg: „Gemeinsam mit anderen Schülern aus ganz Hessen habe ich beim Erfinderlabor die Funktionsweise von organischen Leuchtdioden und Photovoltaikzellen nachvollziehen können. Am interessantesten war für mich die Arbeit im Labor, bei der wir uns hautnah von der Theorie überzeugen konnten“, sagt er. Für die Teilnehmer bot sich die exklusive Chance, auf Augenhöhe mit Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten. Auch die Technische Universität Darmstadt (TUD) war als langjähriger Kooperationspartner des ZFC wieder dabei. Hautnah lernten die Teilnehmer ein Weltunternehmen aus der Nähe kennen und erlebten Forschung live in den Labors des Fachbereichs Makromolekulare Chemie.
Leben zwischen Krieg und Liebe (HNA, 26.04.2018)
Theater-AG der Frankenberger Edertalschule lädt zu kreativer Eigenproduktion „Menthesilea“ ein
Führen starke Frauen Kriege? Wie lieben starke Frauen? Woran scheitern sie? Das sind Fragen, die sich die Theater-AG der Frankenberger Edertalschule in ihrer aktuellen, sehr kreativen Eigenproduktion „Menthesilea“ stellt, angelehnt an Kleists Tragödie „Penthesilea“. Die Theatermacher laden nach der gestrigen Premiere zu Aufführungen in Frankenbergs Kulturhalle am Freitag, 27. April, Samstag, 28. April, Freitag, 4. Mai, und Samstag, 5. Mai (Dernière), jeweils ab 20 Uhr, ein. Auch als Beitrag zur Korbacher Theaterwoche wird das Stück am 9. Mai in Frankenberg zu sehen sein. „Der Mythos um die kriegerischen Amazonen und ihre Königin Penthesilea bieten für uns den idealen Ausgangspunkt, um das Motiv der ‚starken Frau’ in den Mittelpunkt zu rücken“, sagt Spielleiter Thorsten Jech. Kleists Drama „Penthesilea“ (1808) sei trotz seiner sperrigen Sprache ein großartiger Fundort, aus dem heraus die Schüler viele eigene Ideen entwickelt hätten. Der Widerstreit zwischen Individuum und einer normativen gesellschaftlichen Ordnung, die natürlichem Empfinden in extrem unnatürlicher Weise entgegenstehe, ziehe sich leitmotivisch durch das ganze Theaterstück.
Info: Der Eintritt kostet neun Euro, ermäßigt sechs. Mit einer Spende aus den Zuschauereinnahmen will die Theater-AG der Edertalschule die befreundete „theaterpädagogische werkstatt“ in Osnabrück unterstützen. Karten gibt es im Vorverkauf bei Bücher Jakobi, im Lädchen gegenüber der Schule, in der Buchhandlung Hykel sowie unter http://thag-ets.de/stueckdesjahres/karten.