Orchestermitglieder haben sich in einem Förderprogramm weitergebildet
„Musikmentoren für Hessen“ ist ein Programm zur Förderung der musikalischen Begabung und des Engagements im Ehrenamt von musikbegeisterten Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren. An einem aktuellen Kurs dieses Förderprogramms haben jetzt auch sieben Schülerinnen und Schüler der Frankenberger Edertalschule teilgenommen. Träger und Hauptveranstalter des Programms sind die Landesmusikakademie Hessen und das Land Hessen. Ziel ist der Erwerb von Kompetenzen rund um die Arbeit eines Ensembleleiters (musikalisch und organisatorisch) und die Weiterentwicklung der eigenen musikalischen Fähigkeiten. Der Unterricht findet an fünf Wochenenden über ein Jahr an der Landesmusikakademie in Schlitz statt. Von der Edertalschule haben sich die Mitglieder des Jugendsinfonieorchesters Anton Adel (18), Blanca Buchsteiner (18), Enise Citlak (18), Daniel Kessler (18), Steffen Mey (18), Richard Schock (17) und Lina Seibel (17) auf Initiative von Martin J. Fischer (Musiklehrer und Orchesterleiter der Edertalschule), Eva-Maria Scholze (Leiterin der Musikschule Frankenberg) und Gertrud Will (Chorleiterin der Pfarrgemeinde Mariae Himmelfahrt) erfolgreich für das hessenweit ausgeschriebene musikalische Förderprogramm beworben. Gemeinsam mit 50 weiteren Schülern aus Hessen erlernten sie viele neue Fertigkeiten in den Bereichen Ensembleleitung, Musizieren, Arrangieren und Veranstaltungsorganisation. „Ein schöner Nebenaspekt war der rege Austausch mit Gleichgesinnten, die ebenfalls das Ziel hatten, eine musikalische Gruppe anzuleiten. Somit sind Kontakte entstanden, die auch über das Musikmentoren-Projekt hinausgehen“, erläuterte Steffen Mey. „Es waren spannende Wochenenden, die der musikalischen Weiterbildung gut gedient haben“, sagte Blanca Buchsteiner. Förderlich sei diese Ausbildung aber nicht nur für die Schulmusik. Die erlernten Fähigkeiten werden die Orchestermitglieder auch für ihr musikalische Arbeit in heimischen Vereinen und Kirchengemeinden, in denen sie sich privat engagieren, oder auch in den kammermusikalischen Ensembles der Musikschule einbringen. Zum Abschluss des Kurses fand eine Feier in der Landesmusikakademie Schlitz statt, bei der die Teilnehmer in verschiedenen Besetzungen ihre erarbeiteten Ergebnisse darboten und ihre Zertifikate von einem Vertreter des Kultusministeriums erhielten.
Text: nh/jpa, Foto: Antje Rau/nh, HNA vom 25.07.2022
Bildunterschrift:
Neue Musikmentoren an der Edertalschule: (von links) Gertrud Will (Pfarrgemeinde Mariae Himmelfahrt), Richard Schock, Lina Seibel, Anton Adel, Enise Citlak, Daniel Kessler, Blanca Buchsteiner, Eva-Maria Scholze (Musikschule Frankenberg) und Martin J. Fischer (Edertalschule). Es fehlt Schülerin Steffen Mey.
Musiker der Edertalschule und der Christian-Rauch-Schule begeisterten bei Open-Air-Classic

Das Open-Air-Classic auf dem Gelände des Autohauses Beil wurde zu einem festlichen Konzertabend in stimmungsvoller Atmosphäre mit mehr als 1000 Zuschauern.
Große Emotionen, wunderbare sinfonische Klänge aus der Alten und der Neuen Welt, geschliffenerscharfer Big-Band-Sound und stimmungstragende Chorsätze bestimmten das 15. Frankenberger Open-Air-Classic am Freitagabend auf der Bühne des Autohauses Beil mit mehr als 1000 Besuchern. Darüber stand immer wieder „die Hoffnung auf die Kraft der Musik als Friedensstifterin“, so der hessische Kultusminister und Schirmherr Prof. Dr. Alexander Lorz. Unter dem Motto „One World – United in Music“ (eine Welt – vereint in Musik) – musizierten und sangen im Rahmen des Kultursommers Nordhessen rund 200 Schülerinnen und Schüler der Edertalschule Frankenberg und der Christian-Rauch-Schule Bad Arolsen, verstärkt durch Ehemalige und den Gastauftritt eines Bläserensembles des Staatstheaters Kassel. Für das Frankenberger Gymnasium war das Konzert Höhepunkt und Abschluss seiner Festlichkeiten „100 Jahre Edertalschule“. Mit großer Freude und Erleichterung begrüßte Gastgeber Günter Beil die Mitwirkenden und Gäste nach dreijähriger Zwangspause. Von Beginn der Pandemie an hätten Menschen immer wieder Möglichkeiten zum Singen auf Plätzen und Balkons gesucht und dabei Musik als Hoffnungsträgerin für sich entdeckt, sagte Beil und verband dabei den Wunsch, dass sie nun auch friedensstiftend wirke. „Alle Menschen werden Brüder“ aus der „Ode an die Freude“ von Beethoven sangen beim großen Finale des Abends auch alle Ensembles, Chöre und die Konzertbesucher gemeinsam, zuvor war mit lang anhaltendem Beifall die ukrainische Gesangsklasse der Christian-Rauch-Schule, geleitet von Helen Zaloga, mit ihrem gesungenen Wunsch nach Frieden begrüßt worden.

Unter der Friedenstaube: Zu den bewegenden Momenten des Abends gehörte das Friedenslied der Ukraine-Gesangsklasse der Christian-Rauch-Schule mit Helen Zaloga.
Die langjährigeFreundschaft derbeiden Gymnasien mit musischem Schwerpunkt in Frankenberg und Bad Arolsen zeigte sich immer wieder im Programm mit pragmatischer Kooperation: Die Ensembleleiter teilten sich die Dirigate, Martin Fischer übernahm die Rolle seiner erkrankten Kollegin Lisa-Maria Siegel und führte die vereinten, souverän aufspielenden und in allen Stimmen
gut besetzten Jugendsinfonieorchester sensibel von Antonín Dvoráks „Sinfonie aus der Neuen Welt“ bis zu Leonard Cohens „Hallelujah“. Der Arolser Chorleiter Steffen Hause lieferte mit Chören und Orchester einen bewegenden „Gabriellas Sång“, Chorleiter Matthias Müller verstärkte die ukrainische Schülergruppe. Den Auftakt hatten die Big Bands der beiden Schulen unter wechselnder Leitung von Torsten Herguth und Werner Sostmann gemacht, wobei das kraftvolle Rocky-Thema „Gonna Flow Now“ die glasklaren Bleche gleich in die richtige „Flying-High“-Stimmung versetzte. Hier gab es viel Beifall auch für die Sololeistungen der Sängerinnen Lena Steinbach („Everything“) und Enise Citlak („What A Feeling“). Ein mitreißender Konzertauftakt! Als „musikalisches Bonbon“, so die beiden charmanten, selbst musikerfahrenen Moderatorinnen Anika Beil und Anne Wagener, wurde der Gastauftritt eines Bläserquartetts des Staatstheaters Kassel angekündigt. Seit Jahren gibt es hier eine enge Kooperation in Form von Workshops und Konzertvorbereitungen. Die „Profis“ Frank Severin (Trompete), Philipp Severin (Trompete), Jannik Neß (Horn) und Florian Zerbaum (Posaune) demonstrierten mit Leichtigkeit und tänzerischem Spielfluss den „Florentiner Marsch“ ebenso wie das Spiritual „Down By The Riverside“. Eine präzise gesteuerte Bildführung über die Großleinwand hinter den Orchestern mit Motiven aus der „One World“ und Live-Bildern, guter Ton und variantenreiches Licht, dazu ein internationales kulinarisches Angebot der Stadtbäckerei Himmelmann machten das fast dreistündige Konzert für die rund 1000 Zuhörer zu einem Abendschmaus für alle Sinne. Es gab am Schluss begeisterten, stehenden Beifall und zum Dank Blumen für Ensembleleiter und Solisten.

Der Funke sprang über: Im Publikum blinkten die Handylichter, als Chöre und Orchester John Lennons FriedensSong „Imagine“ aus den 1970ern in die heutige Zeit zurückholten.
Enise Citlak sang sehr einfühlsam „What A Feeling“ aus dem Film „Flashdance“ zu den Klängen der Edertalschul-Bigband.
Lena Steinbach: Fingerschnipsen, Fußstampfen, alles war angesagt, als sie mit der Big Band der Christian-Rauch-Schule „Superstition“ rockte.
Scharfe Riffs und starke Rhythmen: Mit packend arrangierten Film-, Jazz- und Pop-Titeln gefielen die Big Bands aus Bad Arolsen und Frankenberg beim gemeinsamen Auftritt.
Freude, schöner Götterfunken: Beim großen Finale mit mitsingendem Publikum wurde bei der Beethoven-Hymne noch einmal die Brüderlichkeit aller Menschen beschworen.
Text und Fotos: Karl-Hermann Völker, HNA vom 25.07.2022