Schüler zeigten Projekte bei MINT-Messe der Edertalschule
Es schäumt im Backpulvervulkan und duftet nach Bienenwachs: Bei der MINT-Messe (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) in der Kulturhalle der Edertalschule am Dienstag gab es viel zu sehen. An den Ständen konnten die zahlreichen Besucher eine Vielzahl von Experimenten und Projekten bestaunen. Arbeitsgemeinschaften, Gruppen aus dem Wahlunterricht der 9. und 10. Klassen, Leistungskurse und Schüler, die am Jugend forscht-Wettbewerb teilnehmen, stellten ihre Projekte und Arbeiten vor. Die Messe startete mit zwei Vorträgen. Die Oberstufenschülerinnen Charlotte Schwaner (Kl. 12), Leni Seibel (Kl. 12) und Lilli Engelmann (Kl. 13) berichteten über ein MINT-Camp zum Thema Gentechnik, an dem sie teilgenommen haben. Insbesondere erklärten sie, wie man sich für die Teilabnahme an den mehrtägigen Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen bewirbt. Zwölftklässlerin Emelie Wege berichtete von ihrer Fachwissenschaftlichen Arbeit für das MINT-Zertifikat, das besondere Leistungen im MINT- Bereich bescheinigt. In der Arbeit ging es um die Ablenkung von Alpha-Teilchen im Magnetfeld. „Diese beiden Möglichkeiten wollten wir bei den Schülern nochmal mehr bekannt machen“, sagt MINT-Koordinator Björn Croll. Die MINT-Messe soll den Schülern auch Möglichkeiten aufzeigen, was man in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik machen kann, sowohl in der Schule als auch danach. Das Frankenberger Gymnasium ist MINT-EC-Schule, das heißt, es wird besonderer Wert auf die Mathematik, Naturwissenschaften und Technik gelegt und die Schüler in diesem Bereich gefördert. Bei der Messe am Dienstag verkaufte die Imker-AG etwa Honig, Handcreme und Kerzen. „Wir haben alles selbst gemacht“, sagt Aurelia Michel aus der AG. Außerdem erklärten die Schüler mithilfe von Fotos und Plakaten, wie die Imkerei funktioniert und, was es zu beachten gibt. Die Bienenstöcke stehen auf dem Schulgelände. Der Wahlpflicht-Kurs „Chemische Experimente mit Lebensmitteln“ zeigte unter anderem einen Backpulvervulkan in Aktion. Backpulver und Essig sorgen dafür, dass der Vulkan ausbricht. „Außerdem ist Spüli drin, damit es schäumt“, sagt Maja Neufeld. Rote Lebensmittelfarbe macht den Effekt komplett. Auch Finger-Haus, die Technische Hochschule Mittelhessen und Viessmann hatten Stände in der Kulturhalle, an denen sich die Schüler über Berufe und Studienmöglichkeiten informieren konnten. Neben Ausstellung und Vorträgen gab es einen Wettbewerb. Die Schülerinnen und Schüler konnten Flieger aus Depron-Platten (Polystyrol) basteln. Für die weitesten Flüge gab es Preise. Linus Waßmuth (Kl. 6) belegte mit 10 Metern den ersten Platz. Ihm folgten Göktug Altunay (Kl. 12, 9,9 Meter) auf dem zweiten und Severin Linde (Kl. 11, 8, 6 Meter) auf dem dritten Platz.
Text und Fotos: Juliane Becker, HNA vom 11.12.2025
Bildunterschrift, Bild 1:
Experimentierten mit Lebensmitteln: (vorne von links) Maria Schock, Maja Neufeld, Marie Protzek, (hinten von links) Juliane Hesse, Helene Daus, Lucy Rieth, Sami Özel und Lasse Engel. In der Kiste ist der Backpulvervulkan zu sehen.
Bildunterschrift, Bild 2:
Die Besten beim Depron-Flieger-Wettbewerb: (hinten von links) Elias Schäfer (4.), Kay Klein (8.), Josia Bösser (7.), Johann Schnetter (6.), Finja Müller und Sheila Drylo (5., Team), (vorne von links) Göktug Altunay (2.), Linus Waßmuth (1.) und Severin Linde (3.)
(weiter Bilder: Antje Rau)
Am 10.12.2025 fand in der Sporthalle der Edertalschule das große Kooperationsturnier aller fünften Klassen statt. Mit viel Motivation, Einsatzfreude und Teamgeist seitens der Schülerinnen und Schüler sowie der beteiligten Lehrkräfte wurde die Veranstaltung zu einem rundum gelungenen Ereignis.
Alle 5. Klassen durchliefen mehrere Stationen, an denen sie herausfordernde Aufgaben nur im Team bewältigen konnten. So mussten sich die Klassen beispielsweise auf einem schmalen Balken nach Geburtsdaten sortiert aufstellen, ohne dass jemand den Halt verlor, oder gemeinsam einen Parcours absolvieren, während ein Ball auf einer Matte balanciert wurde, ohne herunterzufallen.
Nachdem die Klassen an allen Stationen vollen Einsatz gezeigt hatten, lag die Klasse 5e am Ende knapp vorne und gewann somit das diesjährige Turnier. Die SPIRIT-Wertung konnte die Klasse 5b für sich entscheiden. Bei dieser Wertung beurteilten Lehrkräfte sowie den Oberstufenschülerinnen und -schülern Aspekte wie Fairness, Kommunikation, gegenseitige Motivation sowie die Einbindung aller MitschülerInnen an den einzelnen Stationen.
Im Anschluss an die Kooperationsstationen stand die traditionelle Jahrgangsaufgabe auf dem Programm. Alle FünftklässlerInnen mussten hierbei verschiedene sportliche Übungen wie Seilspringen, Plank, Rundenlaufen oder das Hochhalten eines Balls mit einem Schläger absolvieren. Ziel war es, die vorgegebene Gesamtanzahl der Übungen möglichst schnell zu erreichen, um im Vergleich mit früheren Jahrgängen gut abzuschneiden. Der Rekord aus dem Jahr 2018 wurde jedoch um ca. 1 Minute und damit sehr knapp verfehlt.
Ein besonderer Dank gilt dem dreistündigen Sportkurs der Q1 von Herrn Krämer, der durch sein Engagement maßgeblich zum Gelingen des Vormittags beigetragen hat.
„Bolivien – ein Land der Gegensätze“. So lautete die Beschreibung, die gleich zu Beginn den Vortrag über das südamerikanische Land rahmengebend zeichnete, der Anfang November an der Edertalschule für die Spanischlernenden der Jahrgänge 12 und 13 stattfand. Schon nach den ersten Minuten wurde klar: Dies ist kein trockener Länderüberblick, sondern eine lebendige Reise durch weit entfernte Landschaften und ein Erlebnisbericht über Menschen und Konflikte eines Bolivienkenners, der die Oberstufenschülerinnen und -schüler nachhaltig bewegte.
Der Vortrag wurde von Albert Schwiening gehalten, der seit mehr als dreißig Jahren in Bolivien lebt und dort als Entwicklungshelfer u.a. für das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) tätig war. Er war der Einladung der Spanischfachschaft zum Vortrag an die Edertalschule gefolgt, da Bolivien das aktuelle Schwerpunktthema im Spanischunterricht der Oberstufe ist. Mit Blick auf die Geschichte, die politische und wirtschaftliche Situation sowie die Gesellschaftsstruktur werden nicht nur Besonderheiten Boliviens, sondern exemplarisch auch soziale Strukturen und politisch-wirtschaftliche Zusammenhänge aufgezeigt, die auf andere Länder Südamerikas übertragen werden können.
Mittels Wirtschaftskarten und geologischer Karten erläuterte Herr Schwiening eindrücklich seine Tätigkeit als Entwicklungshelfer im Bereich der Landerschließung. Dabei verknüpfte der Vortrag Wissen mit Nachhaltigkeitsfragen. Landerschließungsaspekte und der Umgang mit Ressourcen wurden als globale Verantwortung insbesondere auch gegenüber den indigenen Bevölkerungsgruppen Boliviens dargestellt - ergänzend und passend zum Lehrplan, aber zugleich veranschaulicht durch die langjährigen Erfahrungen und profunden Landeskenntnisse des Referenten. Und sehr schnell wurde deutlich, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage des Landes eng mit den politischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zusammenhängt, so v.a. mit der langen Regierungszeit des ehemaligen ersten indigenen, jedoch nicht unumstrittenen Präsidenten Evo Morales.
Besonders einprägsam war für die Schülerinnen und Schüler dabei, die bolivianische Perspektive kennenzulernen, auf diese Weise die in Europa vorherrschenden Bolivienbilder zu hinterfragen und dabei auch die Rolle der Presse und die europäische Berichterstattung näher zu beleuchten.
Der Vortrag über Bolivien war sehr informativ, anschaulich und persönlich. Er ermöglichte nicht nur einen Perspektivwechsel und damit einen vertiefenden Blick in wirtschaftspolitische Zusammenhänge, fremde Kulturen und Lebensweisen, sondern regte zu kritischem Nachdenken – auch oder gerade – über den Umgang Europas mit Rohstoffen anderer Länder wie denen Boliviens an.