Ethikkurse der E-Phase besuchen Museum für Sepulkralkultur
Der diesjährige Fachtag Religion-Ethik an der Edertalschule bot den drei Ethik-Kursen der E Phase eine besondere Gelegenheit, sich außerhalb des Unterrichts intensiv mit zentralen Themen ihres Faches auseinanderzusetzen. Im Rahmen des Projekttages besuchten die Schülerinnen und Schüler das Museum für Sepulkralkultur in Kassel.
Trotz starken Schneefalls am Morgen konnte die Exkursion wie geplant stattfinden. Auch in der Kasseler Innenstadt lag viel Schnee, was dem Tag eine besondere Atmosphäre verlieh und für zusätzliche Eindrücke sorgte.
Das Museum widmet sich den kulturellen, historischen und gesellschaftlichen Aspekten von Sterben, Tod, Trauer und Erinnerung. Gerade diese Themen betreffen alle Menschen und sind auch im schulischen Kontext von besonderer Bedeutung, da sie zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen und Raum für grundlegende Fragen nach Sinn, Verantwortung und Menschlichkeit eröffnen. Der schulische Unterricht bietet hierfür einen geeigneten Rahmen, um sich altersangemessen und respektvoll mit solchen existenziellen Fragestellungen zu befassen.
Während einer fachkundigen Führung erhielten die Lernenden vielfältige Einblicke in unterschiedliche Bestattungskulturen und in den Wandel des Umgangs mit Tod und Trauer im Laufe der Geschichte. Anschließend erkundeten sie die Dauerausstellungen eigenständig und setzten sich in Kleingruppen vertieft mit ausgewählten Fragestellungen auseinander.
Der außerschulische Lernort eröffnete neue Perspektiven und regte zu intensiven Gesprächen an. Der Fachtag verdeutlichte, wie Unterrichtsinhalte durch praktische Erfahrungen ergänzt und vertieft werden können. Die Exkursion wurde von den Ethik-Lehrkräften Frau Priemer, Herrn Junglaß und Herrn Nezi begleitet.
Ferdinands unvergessliche Zeit in Powell River
Immer mehr Schülerinnen und Schüler unserer Schule nutzen die Möglichkeit, für einige Monate ins Ausland zu gehen und dort Schule, Land und Leute kennenzulernen. Einer von ihnen ist Ferdinand Hütte-von Essen, der ein Schulhalbjahr an einer kanadischen High School verbracht hat.
Ferdinand verbrachte sein Auslandssemester in Powell River, einer kleinen Stadt an der Westküste Kanadas, etwa 170 Kilometer von Vancouver entfernt. Die Stadt ist von der Größe her mit Frankenberg vergleichbar, liegt jedoch deutlich abgeschiedener: Man erreicht sie nur mit einer Fähre – Züge oder andere direkte Verbindungen gibt es nicht. Ferdinands Gastfamilie lebte etwas außerhalb von Powell River in einem kleinen Dorf.
Zur Familie gehörten die Eltern, zwei jüngere Kinder im Alter von vier und sieben Jahren sowie drei Großeltern. Außerdem wohnte noch ein weiterer Austauschschüler aus Frankreich im Haus. Ferdinand fühlte sich in seiner Gastfamilie sehr wohl und hat vor allem mit dem Austauschschüler aus Frankreich einiges unternommen.
Sein Aufenthalt wurde über die Organisation Kulturwerke Deutschland vermittelt. Die Anmeldung erfolgte recht kurzfristig, nur etwa ein halbes Jahr vor der Abreise, doch dank Videokonferenzen zur Vorbereitung und eines Briefs an die Gastfamilie verlief die Planung reibungslos. Besonders gefiel Ferdinand, dass er sich die Schule selbst aussuchen konnte. Er entschied sich für eine öffentliche High School in Powell River – vor allem wegen der landschaftlich reizvollen Umgebung und des vielfältigen Sportangebots. Dort traf er auf viele andere Austauschschüler aus aller Welt.
Das kanadische Schulsystem unterscheidet sich deutlich vom deutschen. Es basiert auf einem Kurssystem, bei dem die Schülerinnen und Schüler ihre Fächer nach Interesse und Leistungsniveau wählen. Ferdinand belegte die Fächer Englisch, Mathematik, Sport und Canadian Studies – ein Fach speziell für Austauschschüler, das zahlreiche Ausflüge und Einblicke in kanadische Kultur, Bräuche und Traditionen bot.
Der Unterricht fand täglich von 9:00 bis 15:20 Uhr statt. Die Schule war groß, allerdings weniger digital ausgestattet als Schulen in Deutschland – beispielsweise ohne Tablets. Nachmittags und am Wochenende stand oft Sport auf Ferdinands Programm. Er spielte Tennis, nahm an Fußballtrainings teil, ging Skifahren, Schlittschuhlaufen oder probierte Baseball aus.
In seiner Freizeit unternahm er viel mit seinem französischen Gastbruder. Ab April, als das Wetter milder wurde, verbrachten die beiden fast jeden Tag Zeit am Strand, spielten Volleyball, gingen schwimmen oder Klippenspringen.
Ferdinands Fazit nach einem halben Jahr in Kanada fällt eindeutig positiv aus. Er würde jedem empfehlen, für eine gewisse Zeit ins Ausland zu gehen. Man lernt nicht nur Englisch, sondern wird auch selbstständiger und sammelt Erfahrungen, die man sein ganzes Leben lang nicht vergisst. Nach seiner Rückkehr setzte Ferdinand seine Schulzeit hier in der E-Phase fort. Auf die Frage, ob er die Erfahrung wiederholen würde, antwortet er ohne Zögern, dass er dies auf jeden Fall machen würde, denn es war eine unvergessliche Zeit.