Frühjahrskonzerte des Jugendsinfonieorchesters begeisterten das Publikum
Magie, Dramatik, Nostalgie und ja, auch klassische Elemente setzten die Instrumentalgruppen der Edertalschule Frankenberg bei ihrem großen Frühjahrskonzert in der Kulturhalle ein und versetzten damit die Zuhörer in die musikalische Welt der Mythen und Märchen. Schon zu dem ersten der beiden Konzerte (Donnerstag und Freitag) kamen etwa 400 Zuhörer in die Kulturhalle. Die 70 Musiker des Jugendsinfonieorchesters (Leitung: Martin Fischer) gingen gleich zu Beginn in die Vollen mit Filmmusik aus „Hero“ und „Der Zauberer von Oz“ und sparten nicht mit klangvollen Effekten wie kurzen Trommelwirbeln, rhythmischem Rasseln oder auch überraschend verträumten Passagen. Die souveräne Beherrschung ihres Instruments zeigte die Violin-Solistin Malin Sochiera bei ihrer eleganten Interpretation eines Konzerts von Oskar Rieding. Ihre Jahrgangskollegin Marleen Prinz erhielt für ihr feinnerviges, sensibles Flötenspiel bei einem Satz aus Mozart Oboenkonzert KV 314 ebenfalls anhaltenden Applaus. Die sanften Bilder der „Morgenstimmung“ aus Griegs Peer Gynt Suite schließlich wurden vom schwermütigen zweiten Satz abgelöst. Doch bevor es allzu gefühlig wurde, bauten die jungen Musiker eine kleine Unterbrechung mit modernen Takten ein und leiteten erst dann zur düsteren „Halle des Bergkönigs“ über. Die Blechbläser beschlossen den ersten Konzertblock mit Rossinis schwungvollem Aufruf zur Jagd - die Nähe des Komponisten zur Oper war unschwer zu erkennen, und Anna Wagener, Steffen May, Mattis Holzkamp und Jürgen Klingelhöfer erhielten für ihr strahlendes Hornsolo den wohlverdienten Beifall. Mit Elan startete die Big Band (Leitung: Torsten Herguth) in den zweiten Teil des Abends. Auch sie hatte Filmmusik ausgewählt, deren Rhythmen unweigerlich Gliedmaßen und Füße der Zuhörer in Bewegung setzten. Dass für anspruchsvolles Musizieren jahrelange Übung unter fundierter Anleitung nötig ist, zeigten die Nachwuchsinstrumentalisten nach der Pause. Die 40 Fünft- bis Achtklässler des Jugendorchesters mit Gertrud Will (Freitagskonzert: Orchesterklasse 6e) präsentierten mit festlichen Klängen von Bach und Tänzen von Grieg und Mozart ein bereits beachtliches Niveau. Ein zweiter Auftritt des Jugendsinfonieorchesters begann mit Bläsern und Kontra-bässen, die unter Einsatz mehrerer Soloparts flotte Auszüge aus „The Lord of the Rings“ darboten. Eine erstaunliche Leistung lieferte im Anschluss Sarah-Frances Scholze mit „La Danza“, einem schnell gesungenen Lied von Rossini im Stil einer neapolitanischen Tarantella. Mit ihrem Vortrag zeigte die Abiturientin ein Stimmpotenzial, das sie noch weit führen dürfte. Mit einem Rausch der Sinne aus „Hero“ endete das Programm, bei dem einmal mehr die erklecklichen Früchte kontinuierlicher musikalischer Arbeit vor Augen geführt wurden.
Text und Fotos: Marise Moniack, HNA vom 29.02.20

