Das Leben des Reformators (HNA, 20.06.2017)

Das Leben des Reformators (HNA, 20.06.2017)

Martin-Luther-Singspiel mit kirchlichen Kinderchören und Edertalschülern

das Leben des reformators 200617Luthers Wirkungsjahre kindgerecht dargestellt – das war die Intention des Singspiels „Wenn einer fragt“ von Uli Führe und Hellmuth Wolff, das jetzt die Kinderchöre der evangelischen Kirchengemeinde Frankenberg zusammen mit Unterstufenschülern und Orchestermitgliedern der Edertalschule in der Kulturhalle aufgeführt haben. In dem rund 45-minütigen Stück spielten und sangen die jungen Akteure einige markante Szenen aus Martin Luthers Leben, beleuchteten die Anfeindungen und Problemen, mit denen er zu kämpfen hatte und erklärten vor dem geschichtlichen Hintergrund die unterschiedlichen Ansätze der Konfessionen. Fazit am Ende: Martin Luther hatte nicht mit allem Recht, aber er hat am rechten Ort zur richtigen Zeit die richtigen Fragen gestellt. Die musikalische Begleitung übernahmen zwölf Instrumentalisten des Jugendsinfonieorchesters, und auch bei der Bühnengestaltung hatten Edertalschüler mitgewirkt: Die Klasse 6e hatte im Kunstunterricht passende Hintergrundbilder erstellt, die als Kulisse dienten. Zudem steuerten Schüler der Klasse 8b Schautafeln für eine Ausstellung zur Reformation bei, die sie mit Andrea Schöne von der Fachschaft Religion erarbeitet hatten. „Damit reihen wir uns ein in die Vielzahl von Veranstaltungen, die anlässlich des Reformationsjubiläums im Lutherjahr geboten werden“, sagte Kantorin Beate Kötter, die das Singspiel mit den Kindern und Jugendlichen zusammen mit Gertrud Will einstudiert hatte und am Ende lobte: „Das habt ihr toll gemacht.“ Vor dem Hintergrund der Unterschiede von katholischem und evangelischen Glauben sagte sie scherzhaft: „Wir waren sehr ökumenisch aufgestellt – mit einem katholischem Luther, der  zwei evangelische Kinder hat“ und ergänzte ganz im Sinne des Singspiels: „Uns verbindet mehr als uns trennt.“ Sie habe seit Anfang des Schulhalbjahres mit den Schülern geprobt, berichtete Dirigentin Gertrud Will auf Nachfrage der HNA. „Zuerst getrennt, seit vier Wochen dann zusammen mit dem Kinderchor der Kantorei.“ „Wir wollten gerne was zusammen machen, und da hat sich dieses Stück jetzt angeboten“, so Gertrud Will. „Wir hoffen, dass es eine Fortsetzung der Zusammenarbeit gibt.“ Die beiden Spielleiterinnen bekamen übrigens am Ende noch eine selbstgemachte Luther-Puppe von Sigrid Köster aus Frankenberg überreicht: „Das ist echte Handarbeit aus einem echten Pfarrhaus“, merkte Gertrud Will schmunzelnd an.
Wer die Aufführung des Luther-Singspiels in der Kulturhalle verpasst hat, hat noch Gelegenheit, das Stück in Sachsenberg anzusehen. Dort wird es am 17. September ab 16 Uhr in der evangelischen Kirche gespielt.