Monumentale Klangbilder (HNA, 13.03.2017)
Orchester und junge Talente faszinierten bei zwei Aufführungen fast 1000 Zuhörer
Antonin Dvoráks Träume von der schönen „Neuen Welt“, das Musikgemälde des Jean Sibelius zum Freiheitsstreben des finnischen Volks um 1900, der Soundtrack von John Williams zum Dino-Thriller „Jurassic Park“ - monumentale Klangbilder und starken Emotionen bestimmten zwei Konzerte, die am Wochenende fast 1000 Besucher in der ausverkauften Kulturhalle faszinierten. Eingeladen hatten die Orchester und die Bigband der Edertalschule zum großen Frühjahrskonzert unter dem Motto „Zwischen Traum und Wirklichkeit“. Das Frankenberger Gymnasium mit musischem Schwerpunkt zeigte dabei, dass seine Schulwirklichkeit mit früher Förderung in Orchesterklassen, enger Zusammenarbeit mit externen Musikschulen und -lehrern, prägend vermittelten sozialen Erfahrungen in Ensembles, mit Proben, „um die herum die Eltern ihre Wochenenden planen“ (Studiendirektor Uwe Neumann) zu Traumergebnissen führen kann. Da meisterte ein 80-köpfiges Jugend-Sinfonieorchester unter Leitung von Markus Wagener anspruchsvolle Kompositionen zwischen Programmmusik der Romantik, zarten Streichersätzen und dem Tanzfeuerwerk „Danzon No. 2“ von Arturo Marquez (geb. 1950). Da tanzten die Celli, verneigten sich Geigen, vorangetrieben von einem verstärkten, mitreißenden Perkussions-
Hintergrund. Mit messerscharfen Riffs, furioser Rhythmik und effektvollen Arrangements hatte die Bigband mit „Welcome to the Jungle“ und „Africa“, geleitet von Torsten Herguth, Alexandra Opitz, eröffnet. Es gab junge Talente zu entdecken wie Benedikt Damm mit einem brillanten Trompetensolo (Konzert von Johann Nepomuk Hummel), Tanja Ahlborn mit wunderschönem Violenklang (Konzert von Franz Anton Hoffmeister) oder Jan-Luca Neumark mit einem gesanglichen Adagio in warmer Holzbläserfärbung aus einem Konzert für Fagott und Orchester von Carl Maria von Weber. Markus Wagener ließ seinen Nachwuchskünstlern Raum, sparte nicht mit Anerkennung, leitete das große Jugend-Sinfonieorchester auch bei den effektvollen, rhythmisch komplizierten Tutti-Stücken konzentriert und sicher. Bestes Vorbild für die Jüngeren: Am Freitagabend stellte sich das Jugendorchester des Gymnasiums mit Martin Fischer und Alexandra Opitz, am Samstagabend die Orchesterklasse 6e, geleitet von Matthias Müller, mit hoher Motivation und bunter Instrumentenvielfalt vor. Die in allen Stimmen gut besetzte Streichergruppe entfaltete in Stücken wie „Let it Go“, arrangiert von Konzertmeister Benedikt Huhn, ihren Streicherklang besonders schön. Für dieses reiche Spektrum an Orchesterfarben gab es am Ende begeisterten Beifall, bevor sich nach der Zugabe rund 150 junge Instrumentalisten aller Altersgruppen bei der Schulhymne „Pomp and Circumstances“ zum großen Finale auf der Bühne vereinten.

