In neue Klangwelten (HNA, 20.07.2015)
Orchester und Chöre der Gymnasien Frankenberg und Arolsen begeisterten 1000 Zuhörer
Kreative Vorstöße in neue Klangwelten, Entdeckerfreude beim Experimentellen, solistische Glanzleistungen, Faszination von ganz großen Kompositionen, die mühelos Epochen überschreiten und Generationen verbinden – dies alles bot am Wochenende das „10. Frankenberger Open-Air-Classic“ in der Musikarena des Autohauses Beil in hoher Qualität. Am Ende eines anspruchsvollen Konzertes unter Leitung von Markus Wagener (Frankenberg) und Rainer Böttcher (Bad Arolsen) feierten 1000 begeisterte Zuhörer mit stehendem Applaus die Jugendsinfonieorchester und Chöre der Edertalschule Frankenberg und der Christian-Rauch-Schule Bad Arolsen. Es war die überschäumende Begeisterung der jugendlichen Musiker, zugleich auch die intensive musikpädagogische Arbeit während vorausgegangener Workshops mit professionellen Musikern, die Gastgeber Günter Beil zu Beginn des festlichen Konzertabends im Rahmen des „Kultursommers Nordhessen“ anerkennend würdigte. Schulleiter Stefan Hermes, der allen Beteiligten für ihre großartige Leistung dankte, musste bekennen: „Ich bin wahnsinnig stolz auf euch alle!“ Zu den Impulsen von außen gehörte wieder die anregende Probenarbeit mit Peter Zelienka vom hr-Sinfonieorchester Frankfurt, der mit Leroy Andersons „Syncopated Clock“ und „Typewriter“ den Auftakt machte und später die beiden Jugendsinfonieorchester bei der Feuervogel-Suite mit fulminanter Klangfülle und konzentrierter Expressivität in die neue Tonsprache des Igor Strawinsky (1882-1971) eintauchen ließ. „Auf dem Weg in die Moderne“, so das Motto des Konzertabends, bedeutete aber auch ein müheloses, beschwingtes Crossover zwischen Stings „Fields of Gold“ mit dem zarten Posaunensolo von Jugendmusik-Preisträger Christian Traute, John Miles „Music“ (1976) mit den Orchestern und hervorragend ansprechenden Chören der beiden Gymnasien (Leitung: Matthias Müller und Steffen Hause) oder „Clocks“ von Coldplay, in Bigband-Version mit Torsten Herguth. Wie viel Eigenfantasie, Entdeckerfreude und Effekte musikpädagogische Arbeit bei Schülern wecken kann, bewiesen die Minimal-Komposition „Ein Tag in der Stadt“ des ETS-Leistungskurses Musik mit Dennis Fundheller am Dirigentenpult und Dominik Brandenstein am Klangcomputer, ebenso auch das furiose Perkussions-Experiment „Music for Cars“, bei dem ein kleiner Renault Twingo zwischen harten Trommelstöcken mutig mit den Schweinwerfern blinzelte.
Und am Ende ...... gab es jubelnde Beifallsstürme und Blumen für alle Sänger, Instrumentalisten und ihre Leiter, aber im Rückblick auf zehn Jahre Open-Air im Autohaus Beil auch Erinnerungsgeschenke für die vereinten Konzertmeisterinnen Johanna Tripp (2006), Sandra Eisfeld geb. Scholl (2007), Dorenah Dorth (2009), Lukas Euring (2010), Theresa Scholl und Carolin Blabl (2011/12), Anna Kobus (2014) und Chantal Hagenbach (2015).

