Alle Augen zum Himmel (HNA, 21.03.2015)
Sonnenfinsternis lockte am Freitag viele Leute auf die Straße
Besser hätten die Bedingungen im Landkreis gar nicht sein können: Bei schönstem Wetter und freier Sicht ließ sich die Sonnenfinsternis am Vormittag gut beobachten. In Korbach nutzten viele Passanten in der Fußgängerzone die milden Temperaturen, um das Schauspiel am Himmel zu betrachten. Wer ohne Schutzbrille unterwegs war, konnte sich von einem ortsansässigen Optiker helfen lassen: Von der letzten totalen Sonnenfinsternis über Mitteleuropa hatte der Optiker noch Exemplare übrig. Interessierte Passanten konnten sich die Schutzbrillen für einen Blick gen Himmel ausleihen. Das Angebot wurde dankbar angenommen. „Das ist einfach irre. Richtig cool“, sagte Octavian Saitzek. Seine Begeisterung teilten auch die umstehenden Menschen.
Die Edertalschüler in Frankenberg haben indes sogar zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: An einer Aktion der Sterngucker Frankenberg auf dem Schulhof konnten die Jungen und Mädchen während der Unterrichtszeit teilnehmen und zugleich die Sonnenfinsternis zusammen mit den Experten beobachten. Zwei Teleskope, ein Spiegelfernrohr mit Filter und 875 Sonnenfinsternisbrillen stellten Gerhard Schmitt, Vorsitzender der Sterngucker, und sein Team zur Verfügung. „Es sind keine übrig geblieben.
Am Donnerstag haben hunderte Leute in meiner Physiotherapiepraxis angerufen und wollten Brillen kaufen“, sagte Schmitt während der Veranstaltung. Normales Arbeiten sei für den Hobbby-Astronom gar nicht möglich gewesen. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg habe die Sonnenfinsternis ihren Höhepunkt um zirka 10.40 Uhr gehabt, so Schmitt. Eine maximale Verdeckung von bis zu 75 Prozent sei zu beobachten gewesen. „So etwas gibt es erst 2026 wieder“, sagte Gerhard Schmitt.

