Makaberer Spaß auf der Theater-Bühne (wlz-fz, 09.05.2014)

Makaberer Spaß auf der Theater-Bühne (wlz-fz, 09.05.2014)

theater ag ankuendigung wlz fz 09 05 2014

Das Dampfmaschinenmuseum wird zum Friedhof. Dort bringen die 22 Darsteller der Edertalschule eine Geschichte auf die dunkle Bühne, die weder traurig noch düster ist - dafür aber makaber und völlig überzogen von Privatisierung und Kommerz erzählt. Ein Kern Wahrheit bleibt dennoch.

Nutten, Witwen, ein Held, rücksichtslose Geschäftsleute und ein paar nicht ganz so tote Tote stehen am Mittwoch bei der Premiere des Stücks „Unter uns“ auf der Bühne im Dampfmaschinenmuseum. Die rund 40 Schüler der Theater-AG der Edertalschule haben ein Drehbuch entwickelt, in dem sie Privatisierungen zum Thema machen - was den Darstellern reichlich Stoff für schwarzen Humor und groteske Szenerien liefert, denn sie brechen ein Tabu und privatisieren in ihrem Stück kurzerhand einen Friedhof. Occupy-Kämpfer wollen den Friedhof als „letzte Oase der Freiheit“ vor der kapitalistischen Ausbeutung bewahren und greifen zu kriminellen Mitteln, während die amerikanische Aktiengesellschaft, die an dem Friedhof beteiligt ist, der Friedhofsverwaltung Druck macht. Der Umsatz muss gesteigert, die letzte Ruhestätte besser vermarktet werden. Dafür soll eine Werbefirma sorgen. Die liefert überdrehte Vorschläge. Die Edertalschüler proben seit November an ihrem Stück.Im wöchentlichen Unterricht und auf Freizeiten feilten sie am Drehbuch, an der Musik und am Gesang. Gestern trafen sie sich zur ersten Hauptprobe, übten von acht Uhr morgens bis zehn Uhr abends. Vor der Premiere am Mittwoch folgen noch zwei weitere ganztägige Proben. Die 15 Techniker und 22 Darsteller haben bereits in den sieben Tagen zuvor kräftig angepackt und Technik und Bühnenbild aufgebaut. „90 Prozent sind schon fertig“, sagt der Regisseur Paul Möllers, der zum letzten Mal Regie bei der Theater-AG der Eertalschule führt. Schwarze Särge reihen sich auf der Bühne aneinander, ein leuchtend gelbes Schild wirbt für den „Happy Die-Eternity Park“, Blumen zieren die Gräber.„Das Stück soll ein großer Spaß sein“, sagt Co-Regisseur Thorsten Jech. „Es ist absurd und enthält doch mehr als nur einen Kern Wahrheit.“ Das Thema sei topaktuell, denn in Amerika gebe es bereits Bestrebungen, die Friedhöfe dort zu kommerzialisieren und mehr Leben dorthin zu holen. „Die Idee wird spätestens in fünf Jahren auch nach Deutschland kommen“, glaubt der Lehrer.

Premiere feiert das Stück am Mittwoch, 14. Mai, um 20 Uhr. Weitere Vorstellungen folgen Freitag, Samstag und Sonntag jeweils um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Karten gibt es in der Bücherei Jakobi, im Lädchen bei der Schule und in der Korbacher Buchhandlung Urspruch.