Bach, Pop und Müllers Lust (HNA, 23.02.2014)

Bach, Pop und Müllers Lust (HNA, 23.02.2014)

Chöre, Lehrer und Solisten versprühten Musizierfreude

chorkonzert hna 23 02 2014

Den „Gesang als völkerverbindende Kraft zu erleben“ - das wünschte am Freitagabend in der Frankenberger Kulturhalle Oberstudiendirektor Stefan Hermes rund 400 Zuhörern und 140 Mitwirkenden beim großen Chorkonzert der Edertalschule. Der von ihm beschworene Funke sprang schnell über in einem ideenreichen, Musizierfreude versprühenden Programm in vielen Sprachen, Klangfarben und Stilrichtungen. Den Auftakt machte der Mittel- und Oberstufenchor mit vollem Körper- und Stimmeinsatz bei einem Willkommenskanon, mit französischem Charme („Aux Champs Elysées“ mit Solistin Anja Hallenberger) und amerikanischer Melancholie („Bridge Over Troubled Water“). Den alten Schlager „Ein Freund, ein guter Freund“ nutzten die jungen Sänger zum Chorstreich: Sie legten die Noten nieder, stimmten „Das Wandern ist des Müllers Lust“ an, überreichten Chorleiter Matthias Müller Wanderstock und Hut, zogen durch den Saal und nutzten die so entstandene Wanderpause für einen großen Dank mit Blumen und Geschenk für den Musikpädagogen. Noch mehrfach zeigte sich der große Schulchor, bei einigen Stücken von Ehemaligen(„and Friends“) sowie von Streichern des Orchesters unterstützt, als präsentes, derzeit auch in den Männerstimmen stark besetztes Ensemble mit fein arrangierter Mehrstimmigkeit. Rhythmisch brillant gelang dem Chor das synkopenreiche „Sing mal wieder“ von den Wise Guys, sehr ansprechend die romantischen Lieder aus Peter Schindlers Kantate und mitreißend Mikas „Happy Ending“ mit dem Solo von Amanda Stremme. Dabei erwies sich Matthias Müller als Klavierbegleiter ebenso wie als Dirigent als treibende, motivierende Kraft für die mehr als 80 jungen Sänger.
Auf die „Suche nach der verlorenen Flöte“ machte sich der Unterstufenchor mit Gertrud Will und erzählte dabei eine selbst erdachte, abenteuerliche Reisegeschichte mit Nebelgeriesel, Piraten und Seeschlangen. Adina Dunkhorst hatte sie auf der Chorfreizeit mit den Kindern erarbeitet. Für zwei musikalische Bonbons sorgte auch ein Lehrerchor mit einem Beatles Song („When I’m Sixty Four“) und dem zarten schwedischen „Nocturne“ von Evert Taube. Am Schluss vereinten sich alle Chöre beim Kanon „Dona nobis pacem“, und angesichts des jubelnden Publikums gab es „Guten Abend, gute Nacht“ als Zugabe. In abwechslungsreichen Kontrast zu den Ensembleleistungen traten mehrere anspruchsvolle Soloauftritte: Kathrin Obermann gab mit Verve am Klavier und mit Mundharmonika Billy Joels „Pianoman“, Bendikt Kantert (Klavier) und Dominik Brandenstein (Gitarre) lieferten eine kreative Pop-Song-Parodie und Daniel Strauch (Klavier) machte zusammen mit Mike Theiß (Kontrabass) sowie Lennart Gabriel (Schlagzeug) aus Bachs zweistimmiger Invention a-Moll ein mitreißendes Jazzstück. Durch das Programm des Abends führten Sandra Lieder und Dennis Fundheller.