Musik, die in eine „Anderswelt“ führt (wlz-fz, 27.12.2013)

Musik, die in eine „Anderswelt“ führt (wlz-fz, 27.12.2013)

Kantorei, Jugendsinfonieorchester der Edertalschule und Solisten führen Mendelssohns Kantate auf

weihnachtskantate wlz fz 27 12 2013

Es bedurfte nur weniger Takte, um die Gemeinde in der Liebfrauenkirche in feierliche Stimmung zu versetzen. Im Gottesdienst am zweiten Weihnachtsfeiertag
sollte die Musik die Gläubigen in eine „Anderswelt“ entführen und so die Wirkung von Kirche, Religion und Weihnachten noch unterstreichen. Für diesen besonderen Gottesdienst am zweiten Feiertag hatten das Jugendsinfonieorchester der Edertalschule, dirigiert von Markus Wagener, und die Kantorei der Liebfrauenkirche unter Leitung von Daniel Gardonyi die Kantate „Vom Himmel hoch“ von Felix Mendelssohn Bartholdy gemeinsam eingeübt. Diese Kantate beruht auf einem Text von Martin Luther. Mendelssohn Bartholdy komponierte sie im Winter 1830/31. Die Ensembles führten die feierliche Kantate aber nicht am Stück auf: Die sechs Sätze waren auf den Gottesdienst verteilt, wobei die Strophen zum Teil von der Kantorei und zum Teil von den Solisten gesungen wurden. Sopranistin Marion Clausen aus Marburg und Bariton Thomas Wiegand aus Melsungen unterstützten die beiden Frankenberger Ensembles in diesem besonderen Gottesdienst. Den Musikern gelang dabei eine harmonische Abstimmung: Das Orchester bot der Kantorei den Rahmen, ohne dabei selbst außer Acht zu geraten. Der Chor setzte mit seinem kraftvollen Gesang feierliche Akzente, während die Solisten die Kirche mit ihren klar und gefühlvoll gesungenen Strophen erfüllten.


Auch die Gemeinde beteiligte sich am musikalischen Teil und sang verschiedene Strophen aus „Vom Himmel hoch“ zu Beginn und zum Ende des stimmungsvollen Gottesdienstes. Dieser wurde gestaltet von Pfarrer Christoph Holland-Letz. Er stellte in seiner Predigt unter anderem heraus, dass Religion und Musik die Menschen in eine „Anderswelt“ führen und somit eine Unterbrechung des Alltags darstellen könnten – ebenso wie das Weihnachtsfest eine wichtige und willkommene Unterbrechung im Alltag biete. Holland-Letz verband diese Erkenntnis mit dem Titel der Kantate „Vom Himmel hoch“: „Die Liebe Gottes ist immer in Bewegung, vom Himmel hoch zu uns herunter“. Sie sei ein Schatz für die Christenheit und biete ebenfalls einen solchen „Anders ort“, Tiefe und einen Hort. Die Gemeinde würdigte die Leistung von Orchester, Chor und Solisten nach dem Gottesdienst mit anhaltendem Applaus und Ovationen