„Gurt ist Lebensretter Nummer eins“ (wlz-fz, 26.09.2013)

„Gurt ist Lebensretter Nummer eins“ (wlz-fz, 26.09.2013)

Aktion „junge Fahrer“ an der Edertalschule · Schüler werden auf Gefahren im Straßenverkehr hingewiesen

fahrsicherheit jg 13 wlz fz 26 09 2013

Die Zahl der Verkehrstoten geht immer weiter zurück. Dennoch gehören gerade die Fahranfänger zur Risikogruppe. Die Frankenberger Verkehrswacht lud daher zu einem Aktionstag für junge Fahrer ein. Die Jahrgangsstufe 13 der Edertalschule machte sich am Mittwoch ein Bild von den Gefahren, die gerade am Wochenende im Straßenverkehr lauern. Die Ortsverkehrswacht Frankenberg hatte in Zusammenarbeit mit dem Bund gegen Alkohol und Drogen zu einer Verkehrssicherheitsaktion geladen. Die Aktion „jungeFahrer“ richtet sich an diejenigen, die noch nicht allzu lange mit dem Auto im Straßenverkehr unterwegs sind. Dabei wurden die Gefahren nicht nur theoretisch besprochen, sondern auch praktisch simuliert: Die Schüler testeten den Einfluss von Alkohol auf die Fahrtüchtigkeit am eigenen Leib – mit einem Simulator. Dieser simulierte die Fahrt mit einem Alkoholspiegel von 0,8 Promille.

Bereits diese geringe Menge hat zur Folge, dass sich die Reaktionszeit so verlängert, dass der Fahrer nur noch stark verzögert reagiert und das Bremsen und das Lenken im Notfall zu lange dauern. Neben dem Einfluss von Rauschmitteln auf die Fahrtüchtigkeit wurden die Schüler auch auf die Gefahren hingewiesen, die bei unzureichender Sicherung im Fahrzeug auftreten können. „Der Gurt ist Lebensretter Nummer eins“, sagte Ferdinand Hagenbach von der Verkehrswacht. Doch auch dieser müsse richtig angelegt werden, um Verletzungen zu vermeiden. Bei einem Frontalaufprall wirkt laut Hagenbach bereits bei einer Geschwindigkeit von zehn Kilometern pro Stunde das Vierfache des Körpergewichts auf die Insassen ein. „Bei einem Körpergewicht von 70 Kilogramm bedeutet dies ein Gewicht von 280 Kilogramm“, sagte Eric Verheyer. Die Führerscheinneulinge machten diese Erfahrung gleich selbst: In einem Frontalaufprallsimulator wurden sie angegurtet und auf fünf Kilometer pro Stunde beschleunigt, um dann abrupt zu stoppen. Herbert Klein und Lars Jockel brachten den Gymnasiasten das richtige Verhalten bei einem Überschlag bei. Jeweils vier Schüler gleichzeitig haben Platz im Überschlag- und Rettungssimulator. Das Fahrzeug wird dabei um 180 Grad gedreht. In dieser Lage mussten die Schüler zunächst ihren Körper sichern, um das unkontrollierte Abgurten zu vermeiden. „Hierbei können schwerste Verletzungen bis hin zum Genickbruch entstehen“, sagte Lars Jockel. Auf einer Infotafel informierten sich die Schüler zusätzlich über Unsicherheitsfaktoren im täglichen Straßenverkehr. Ferdinand Hagenbach betonte insbesondere, dass sich die Geschwindigkeitsbeschränkungen vor Schulen und Kindergärten auf 30 Stundenkilometer bewährt hätten. Seit dem gebe es an diesen Stellen praktisch keine Unfälle mit Todesfolge mehr, da sich durch die Geschwindigkeitsbeschränkung auch die Aufprallgeschwindigkeit im Ernstfall reduziere.