Umweltabgeordnete schauen in die Röhre
Vom 26.- 28.4.2022 besuchten die Umweltabgeordneten der 5.- 10. Klasse der
Edertalsschule den Brunnen und die Wassergewinnungsanlage in der Hainstraße. Die
Mitarbeiter der EnergieGesellschaft Frankenberg empfingen sie am mit Graffiti
besprühten Haus der EGF in der Hainstraße am Kreisel zur Bottendorfer Straße. Am
dortigen Hang durften die SchülerInnen einen Blick in die beiden gut geschützten
Brunnenbecken, die jeweils ca. 70.000 Liter Wasser fassen, werfen. Mehr als einen Blick
durfte man nicht hineinwerfen, da es sich um das Wasser handelte, das wir in den
kommenden Tagen an der Edertalschule oder zu Hause trinken würden. Ca. 121 Liter
Wasser benutzt jede/r von uns jeden Tag zum Duschen, Zähneputzen, Spülen, Waschen,
Kochen, Trinken und für die Toilettenspülung.
Das Erschreckende und Überraschende für viele war: Das Trinkwasser aus der Leitung
unterliegt deutlich strengeren Regeln als Mineralwasser aus dem Supermarkt.
Außerdem kommt das Leitungswasser in Deutschland aufgrund guter Leitungen und
einer UV-Bestrahlung sauber und keimfrei aus der Leitung, ohne mit Chlor oder anderen
Chemikalien versetzt werden zu müssen. Es wird nicht nur strenger, sondern auch
häufiger kontrolliert als das Mineralwasser aus der Kiste. Überraschenderweise ist es
aber unschlagbar günstig. In Frankenberg kosten 1000 Liter Trinkwasser 1,61€. Am
Wasserspender im Altbau der ETS wurden mittlerweile über 4000 Flaschen
Leitungswasser gezapft und damit 4000 Flaschen Plastik oder Glas gespart. Gespart
haben auch die SchülerInnen und Eltern, denn 4000 Flaschen (je 1 Liter) würden im
Supermarkt knapp 1667 € kosten (da eine Wasserkiste mit 12 Flaschen ca. 5€ kostet).
Selbst wenn jede der 4000 abgefüllten Flaschen der ETS ein Fassungsvermögen von
einem Liter gehabt hätte (die meisten SchülerInnen nutzen eine 0,5-Liter-Flasche),
hätten diese 4000 Liter Leitungswasser trotzdem insgesamt nur 6,44€ gekostet. Wer
den Wasserspender der ETS benutzt, zu Hause Leitungswasser trinkt oder z. B. einen
Wassersprudler nutzt, spart aber nicht nur Geld und die Mühe, Flaschen im Supermarkt
zu kaufen und diese als Pfand wieder zurückzubringen.
Das Ganze ist auch ökologisch sinnvoll: Wenn man bedenkt, dass jede Plastikflasche aus
Erdöl besteht, das aus dem Boden gepumpt und über Tanker über die Weltmeere
transportiert werden muss, bevor es zur Plastikflasche wird und diese dann noch zu den
Herstellern transportiert werden muss, die erst dann Wasser hineinfüllen und die
Wasserflaschen mit LKW zum Supermarkt transportieren. Von dort werden die Flaschen
noch mit dem PKW nach Hause und dann in die Schule gebracht. Danach müssen sie
wieder nach Hause, daraufhin in den Supermarkt und anschließend zum Hersteller
transportiert werden, wo sie gereinigt und wieder befüllt werden. Einmalplastik wird
hingegen sogar geschreddert und anschließend meistens verbrannt. Dies erzeugt
unnötig CO2 und Müll. Leitungswasser zu trinken ist somit die einfachste
Alltagshandlung, um CO2 zu sparen.
Die Umwelt-AG bedankt sich bei allen Beteiligten und ganz herzlich bei der EGF für die
Besichtigung.





