In diesen Wochen steht für Hunderte Schüler ihr erstes Berufspraktikum an
Die Neuntklässler der Edertalschule Frankenberg haben in den vergangenen beiden Wochen ihr erstes zweiwöchiges Berufspraktikum absolviert. Mitte Februar finden auch zwei Praktikumswochen für Schüler der Gesamtschule Battenberg statt. Wir haben mit einigen Schülern und Firmen darüber gesprochen, welchen Stellenwert das Schülerpraktikum für sie jeweils hat. Die Betriebe, in denen die Schüler ihr Praktikum absolvieren, sind sehr vielfältig – vom Architekten bis zum Tierarzt, vom Kindergarten bis zum Industrie-Unternehmen. Große Arbeitgeber wie Finger-Haus und Viessmann sind immer sehr beliebt, aber nicht nur sie. „Auch kleinere Firmen helfen uns weiter“, sagt Thorsten Jech, der als Politik- und Wirtschaftslehrer an der Edertalschule auch Schülerpraktika betreut. „Sehr viele Schüler sind im sozialen Bereich“,berichtet Jech– etwa im Kreiskrankenhaus, in der Grundschule, im Kindergarten oder bei der Lebenshilfe. Auch Edertalschülerin Lara Engelmann macht ein Praktikum in einer Frankenberger Kita. „Ich mag die Arbeit mit den Kindern“, sagt sie. Das Berufsfeld spreche sie an. Sie wolle den Beruf einer Erzieherin kennenlernen und erfahren, wie der Alltag in diesem Beruf abläuft. Bei ihrem Praktikum unterstützt sie die Erzieherinnen und Erzieher bei deren Arbeit und spielt ab und zu etwas mit den Kindern. Auch in vielen kleineren Betrieben sind Praktikanten. Eine Edertalschülerin absolviert ihres bei Foto Hörl in Frankenberg. Sie habe Freude daran, Fotos zu machen, und wolle mehr darüber lernen, erzählt sie. Besonders interessant finde sie die Digitalisierung von alten Fotos. Eine weitere Schülerin ist Praktikantin bei einem Frankenberger Anwalt. Sie interessiere sich für den Beruf und sehe das Praktikum als eine gute Möglichkeit, Einblicke zu gewinnen. In der 9. Klasse soll das Schülerpraktikum in der näheren Region stattfinden, erzählt Lehrer Thorsten Jech. „Tierärzte sind zum Beispiel der große Renner, die waren in Frankenberg schnell ausgebucht.“ Deshalb machen Jechs Schüler ihr Praktikum auch bei Tierärzten in Gilserberg und Bad Wildungen. In der11.Klasse absolvieren die Schüler der Edertalschule dann ihr zweites Berufspraktikum, dies sei dann bundesweit möglich, sagt Jech. „Dabei geht es dann schon zielgerichteter Richtung Studium oder Ausbildung.“ In der 9. Klasse gehe es darum, dass die Schülerinnen und Schüler, die dann in der Regel 14 oder 15 Jahre alt sind, „erstmal reinschnuppern in etwas, was außerhalb von Schule liegt – was Praktisches, Handwerkliches oder Technisches“, erklärt der Lehrer. „In der Realschule ist das auch schon mit Blick auf den Abschluss wichtig.“ Das Praktikum sei eine gute Möglichkeit, über den Tellerrand hinauszuschauen und erste Einblicke in die Berufswelt zu bekommen. „Manche Schüler kommen dann auch mit einem anderen Blick zurück in die Schule, weil sie neue Erfahrungen gesammelt haben.“ Dafür sei es auch wichtig, dass die Schüler ihr Praktikum bewusst nicht in dem Betrieb machen, indem ihre Eltern arbeiten.
Text: Pauline Flach, Jörg Paulus, Foto: Martina Biedenbach, HNA vom 31.01.2026
Bildunterschrift, Bild 1:
Praktikum bei der HNA: Redakteurin Juliane Becker (links) zeigt Praktikantin Pauline Flach die Redaktionssoftware.








