Vorbild an Engagement (HNA, 15.08.2014)

Oberstudiendirektor a. D. Dr. Friedrich Krapf starb im Alter von 91 Jahren

foto dr krapf hna 15 08 2014

Er hat als Direktor der Frankenberger Edertalschule eine ganze Generation junger Menschen mit geprägt, sich darüber hinaus aber auch bis in sein hohes Alter in Staat und Kirche mit demokratischem Pflichtbewusstsein ehrenamtlich engagiert. Dr. Friedrich Krapf ist jetzt im Alter von 91 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Er war für viele Bürger im Frankenberger Land mit seiner persönlichen Lebensleistung ein herausragendes, aber stets bescheidenes Vorbild. Seinen 90. Geburtstag wollte er im Februar 2013 auf eigenen Wunsch nur im engsten Familienkreis feiern. In den Wochen danach freute er sich dann aber doch über Ehrungen, die er noch mit großer geistiger Frische erleben konnte: Der Frankenberger Lions-Club zeichnete Friedrich Krapf in seiner Charterfeier zum 40-jährigen Bestehen als Gründungsmitglied aus, der DRK-Kreisverband Frankenberg dankte ihm beim Festakt zum 125-jährigen Jubiläum für seine Vorstandsarbeit von 1989 bis 1995, und die CDU, in die er 1963 im Landkreis Fritzlar-Homberg eingetreten war, ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Friedrich Krapf, am 21. Februar 1923 in Bebra geboren, gehörte zu der Generation, die 1942 von der Schulbank direkt zum Wehrdienst einberufen wurde. Erst 1946 konnte er sein Studium in Germanistik, Geschichte und Erdkunde an den Universitäten Würzburg und Marburg aufnehmen, wo er auch seine Dissertation über Philipp den Großmütigen schrieb. 1952 trat er als Referendar in Homberg/Efze in den Schuldienst ein. Auch als Studienrat bildete er sich ständig weiter und erwarb die Lehrbefähigung für evangelische Religion sowie Gemeinschaftskunde. Demokratische Teilhabe und Verantwortungsbereitschaft zeigte Dr. Krapf in Homberg sehr früh sowohl als Vertrauenslehrer in der Schülermitverantwortung wie auch im Lehrerpersonalrat, in der Kreisschuldeputation und der CDU-Kreistagsfraktion. Er war ab 1965 Kreisvorsitzender der CDU, ab 1967 Landesvorstandsmitglied und Mitglied des Kulturpolitischen Ausschusses des CDU-Landesverbandes. Nachdem er 1969 die Leitung des Frankenberger Gymnasiums Edertalschule übernommen hatte, engagierte sich der Pädagoge auch hier bald ehrenamtlich: Von 1971 bis 1984 war Dr. Krapf Präses der Kreissynode des evangelischen Kirchenkreises Frankenberg, bis 1985 vertrat er diese Region ebenfalls in der Landessynode der Kirche von Kurhessen-Waldeck. Außerdem war er Mitglied der Schulkammer der Landeskirche. Obwohl Oberstudiendirektor Dr. Friedrich Krapf 1987 in den Ruhestand getreten war, stellte er seine Kraft noch einmal ehrenamtlich zur Verfügung, als das Rote Kreuz ihn 1989 rief. Beherzt half er als Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes in der turbulenten Zeit von Mauerfall, Aus- und Übersiedlerströmen mit, schwierige soziale und humanitäre Probleme zu lösen