Mit 1,3 Promille unterwegs (HNA, 14.09.2017)

Ortsverkehrswacht probte mit Jugendlichen das sichere Verhalten im Straßenverkehr

mit 13 promille unterwegs 140917„Anschnallen ist beim Autofahren die erste Pflicht“: Diesen wichtigen Ratschlag bekamen jetzt 136 Schüler im Alter zwischen 18 und 20 Jahren des Frankenberger Gymnasiums Edertalschule mit auf ihren weiteren Lebensweg. Anlass war die Aktion „Junge Fahrer“, zu der die Ortsverkehrswacht Frankenberg die meist jungen Fahranfänger eingeladen hatte. Die „Aktion Junge Fahrer“ fand auch an der Frankenberger Hans-Viessmann-Schule und bei den Viessmann-Auszubildenden in Allendorf-Eder statt. „Mit dieser Aktion soll insbesondere Unfällen von jungen Fahrern vorgebeugt werden“, erläuterte Friedhelm Piston von der Ortsverkehrswacht Frankenberg. „Unzureichende Fahrpraxis und Selbstüberschätzung sorgen dafür, dass Fahranfänger deutlich mehr Unfälle produzieren, als Fahrer mit langjähriger Praxis“, berichtete Piston. Er ist seit diesem Jahr für die „Aktion Junge Fahrer“ verantwortlich. Neben Friedhelm Piston und Ferdinand Hagenbach, dem Vorsitzenden der Ortsverkehrswacht Frankenberg, gaben zehn weitere Mitarbeiter und Moderatoren der Verkehrswacht den jungen Autofahrern wichtige Tipps für ihre Fahrpraxis mit auf den Weg. Beispielsweise machten sie darauf aufmerksam, dass die meisten „nicht angeschnallten“ Unfälle innerhalb weniger Kilometer passieren: „Bei den Fahrten zum Bäcker und zum Metzger“, sagte Piston. Zudem durften die Jugendlichen im Überschlagsimulator unter Anleitung trainieren, sich aus einem „verunfallten“ Auto zu befreien. „Der  Überschlagsimulator ist ein ideales Trainingsgerät zur präventiven Schulung in der Verkehrserziehung“, sagte Piston. Bei der Aktion wurden zudem zahlreiche erlebnisorientierte Testgeräte und Simulatoren eingesetzt – neben einem Fahrsimulator und einem Gurtschlitten stand auch ein Seh- und Reaktionstest auf dem Programm: „Sechs Prozent aller Verkehrsunfälle hängen mit falschem Sehen zusammen“, erklärten die Moderatoren. Piston und seine Mitarbeiter warnten die jungen Schüler insbesondere vor Fahrten mit überhöhter Geschwindigkeit, den Genuss von Alkohol und Drogen, aber auch vor Nacht- oder Discofahrten in übermüdetem Zustand. „Bei übernächtigten Fahrern kann es schnell zum Sekundenschlaf kommen.“ Die Aktion „Junge Fahrer“ der Verkehrswacht gibt es schon seit dem Jahr 2000 – seitdem findet die direkte Ansprache der jungen Fahrer durch die Experten der Verkehrswacht jedes Jahr statt. Bei den Tests in den Simulatoren machten die jungen Autofahrer gerne mit. Gerne nahmen sie auch die Gespräche mit den Experten an. Ergänzt wurde der praktische Teil durch Informationen über die Auswirkungen von Alkohol, aber auch über gesetzliche Grundlagen und mögliche Strafen. Auf einem  „Rauschbrillenparcours“ wurde letztlich noch das Fahren mit 0,8 beziehungsweise 1,3 Promille Alkohol im Blut simuliert. „Dieser Parcours macht die jungen Leute immer wieder sehr nachdenklich“, sagte Piston. Er freute sich vor allem darüber, dass die Aktion von den Jugendlichen wieder gut angenommen wurde: „Die Aktion hat immer eine hohe Effektivität und Nachhaltigkeit.“