Kühe, Käse und Korbach (HNA, 07.06.2018)

Jugendliche aus Singapur sind zu Besuch an der Edertalschule in Frankenberg

kuehe kaese und korbach 060618Ein Kontrastprogramm zwischen Großstadt und ländlicher Idylle erleben gerade zwölf Schüler aus Singapur, die mit ihren Lehrern für zwei Wochen zu Besuch in Frankenberg sind. Sie leben bei den Familien von Schülern der Edertalschule. „Ich habe nicht erwartet, dass Deutschland so grün ist“, erzählt Aditya begeistert. Der 15-jährige Singapurer besucht mit seinen Mitschülern den Bauernhof der Familie Landau, wo sie ganz hautnah 250 Milchkühe kennenlernen. Das ist für sie ein echtes Erlebnis, da sie in einer Großstadt zu Hause sind. Aber auch die deutschen Schüler sind auf einmal still und staunen, als Rhabea Landau ihnen ein neu geborenes Kälbchen zeigt, dass gerade mal eine halbe Stunde alt ist. Im großen Stall dürfen die Jugendlichen die Kühe streicheln, füttern und mit ihnen Fotos machen. Seine Gastfamilie hat Aditya bereits einiges in der Region gezeigt. So waren sie zum Beispiel auf der  Sommerrodelbahn, haben eine Fahrradtour gemacht und waren auf dem Hessentag in Korbach.

„Es war toll, sehr interessant und kulturreich“, fasst er das bisher Erlebte zusammen. Auch mit der gesamten Gruppe macht er Ausflüge. So waren sie in Kassel am Herkules, haben einen Wildpark besucht und wollen noch nach Marburg. Aditya gefällt in Deutschland besonders das Essen. „Die verschiedenen Käsesorten, ich habe noch nicht so viele Käsesorten gekannt. Und die Brötchen“, schwärmt er. „Die schmecken mir sehr gut.“ Als Dankeschön für seine Gastfamilie hat er ihnen bereits ein indisches Essen gekocht, das in Singapur üblich sei. Für das Gericht aus Reis mit viel Gemüse hat er extra Gewürze und Reis aus seiner Heimat mitgebracht. Nach den zwei Wochen in Frankenberg werden die Schüler aus Singapur für eine Woche nach Berlin weiterfahren. „Dort werden wir das Brandenburger Tor, den Reichstag und wahrscheinlich auch Checkpoint Charlie besuchen“, sagt Aditya. Auf Frankenberg habe er sich aber besonders gefreut, denn „hier wohnen wir bei Gastfamilien. So eine Gelegenheit bekommen wir nicht so oft.“ Der 15-Jährige spricht wie seine Mitschüler sehr gut Deutsch, obwohl er die Sprache erst seit zweieinhalb Jahren lernt. Für ihre schulischen Leistungen haben die Schüler aus Singapur ein Stipendium über das Programm „Deutschland Plus“ bekommen, das aus Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziert wird. Das Programm hat zum Ziel, die deutsche Sprache im Ausland zu fördern und den Jugendlichen ein modernes und authentisches Deutschlandbild zu vermitteln.