Schüler lernten Uni kennen (HNA, 25.01.2018)

Erster Hochschulerkundungstag an der Technischen Hochschule in Frankenberg

schueler lernten uni kennen 250118„Ich beneide Sie nicht“, begrüßt Prof. Dr. Gerd Manthei die knapp zehn Interessierten, die sich am Mittwoch im Gebäude der Frankenberger Außenstelle der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) versammelt haben. Für viele Schüler unter ihnen rückt eine wichtige Entscheidung in ihrem Leben immer näher. Und die Anzahl der Optionen ist riesig: „Es gibt über 18 000 Studiengänge in Deutschland zwischen denen Sie wählen können. Da ist es gut, dass Sie sich schon mal im Vorfeld informieren, was vor Ort möglich ist, sagt Manthei, der der Leiter des Fachbereichs Maschinenbau an der THM in Frankenberg ist. Genau darum ist die kleine Gruppe, hauptsächlich bestehend aus Schülern der Edertalschule und der Marburger Adolf-Reichwein-Schule, zum ersten Hochschulinformationstag der THM in Frankenberg gekommen: um das Studienangebot vor Ort näher kennenzulernen.

In vier Studiengängen lässt sich hier momentan ein Bachelor ablegen – darunter Maschinenbau, Elektrotechnik sowie Kälte- und Klimatechnik.  Seit dem Wintersemester biete die Hochschule auch den Studiengang Softwaretechnologie an, erzählt Sekretärin Verena Hesse. Mit acht Studierenden sei man im vergangenen Jahr gestartet. Insgesamt sind zurzeit fast 100 junge Menschen am Frankenberger Standort der THM eingeschrieben. Alle Studiengänge lassen sich übrigens nur dual studieren, das heißt, als Kombination eines theoretisch ausgerichteten Studiums mit Praxiseinsätzen in einem Unternehmen. An der THM in Frankenberg können sich Studierende somit nur einschreiben, wenn Sie zuvor von einem Unternehmen angestellt wurden, das einen Teil ihrer Ausbildung übernimmt. Momentan beteiligen sich über 750 Unternehmen an der Partnerschaft mit der THM. Auch am Hochschulinformationstag nahmen fünf Unternehmen teil, die die Schüler zum dualen Studium bei ihnen berieten. „Alle meine Fragen wurden beantwortet“, freut sich Henning Schneider. Der 18-jährige Edertalschüler hat sich gerade bei Viessmann über mögliche Aufstiegschancen informiert: „Das hat mir auch ein bisschen die Angst genommen, dass das bei so großen Unternehmen schwieriger wird“, meint er. Auch Philipp Noll von der Marburger Adolf-Reichwein-Schule findet das Informationsangebot sinnvoll: „Generell wollte ich mich ziemlich früh informieren, weil man sich auch sehr früh bewerben muss.“ Dazu rät auch Gerd Manthei: Bei vielen Firmen solle man sich mindestens ein Jahr vor dem Ausbildungsbeginn bewerben, rät er. Wie beliebt das duale Studium aktuell ist, zeigt auch die Entwicklung der Frankenberger Hochschule. „Seit 2009 haben wir hier steigende Studierendenzahlen“, erzählt Verena Hesse. Darum sollen in dem Hochschulgebäude der THM in der Bahnhofstraße ab Februar mehrere Büros zusammengelegt werden. So können drei zusätzliche Gruppenräume für die Studierenden entstehen. „Langfristig wird aber auch das umgebaute Gebäude nicht reichen“, schätzt Hesse.