Fachschaft Biologie

Eine zunehmende Technisierung der erlebten Umwelt junger Menschen führt zu einem stetigen Entfremdungsprozess gegenüber den biologischen Grundlagen unserer Existenz. Das Wissen um Tiere und Pflanzen sowie die ökologischen Zusammenhänge ist spärlich. Kenntnisse und Erfahrungen einer erlebten Natur im außerschulischen Bereich nehmen stetig ab, hingegen wächst der Trend zur schnelllebigen Informations- und Freizeitgesellschaft. Die Einsicht in die Notwendigkeit des Erhalts der Lebensgrundlagen, der Biodiversität und der Nachhaltigkeit im Umgang mit den Naturgütern ist neben dem Erlernen naturwissenschaftlicher Fakten vor allem durch den emotionalen Bezug zur Natur zu erlangen.

Einer langsamen Entfremdung ist daher das bewusste Erleben von Natur entgegenzusetzen.

Die Zuordnung des Fachs Biologie zu den verschiedensten Lebensbereichen unserer Gesellschaft setzt vernetztes Denken und das Überwinden von schablonenhaften Mechanismen voraus. Eine fachübergreifende Behandlung einzelner thematischer Schwerpunkte ist hilfreich für die Entwicklung ganzheitlicher Wertvorstellungen und Normen.

Für die einzelnen Jahrgangsstufen ergeben sich dazu aus Sicht der Fachschaft Biologie folgende Akzente / Schwerpunkte.

Jahrgang 5/6:

Bei Klassenfahrten oder Wandertagen in dieser Jahrgangsstufe soll ein Tag als Biologietag genutzt werden. Thema: Naturerfahrung im Freiland (verschiedene Jugendherbergen haben entsprechende Angebote – Jugendherberge Limburg, Haus der Jugend Hoherodskopf (Vogelsberg), Haus der Jugend Europas Poppenhausen (Rhön); Wildpark Edersee, NP Kellerwald u.a.)

Jahrgang 6:

Im Rahmen des Sexualkundeunterrichts soll der Unterricht teilweise in (nach Geschlecht) getrennten Gruppen erfolgen, um Hemmungen zu vermeiden oder abzubauen.

Jahrgang 7:

Zur Förderung der Artenkenntnis und zur direkten Auseinandersetzung mit der Natur ist ein Wandertag als Biologietag in der Natur vorgesehen. Thema: Naturschutz / Ökologie / Wald als Lebensraum Auf Klassenfahrten sollen, sofern Biologen an der Fahrt beteiligt sind, Angebote hessischer Jugendherbergen zum Thema Biologie genutzt werden. Beispiel: Wiesbaden, Schloss Freudenberg 'Erfahrung der Sinne'

Jahrgang 9:

Das Thema Gewalt- und Suchtprävention sollte möglichst fachübergreifend mit den Fachschaften Religion, Powi, Deutsch und ggf. weiteren Fachschaften bearbeitet werden.

Jahrgang 8/9:

Ein WU-Angebot im Fach Biologie ist beizubehalten.

Qualifikationsphase Q1/Q2:

Der Themenbereich Genetik soll, vor allem in den Leistungskursen,  durch die Nutzung außerschulischer Lernorte vertieft werden, z.B. Besuch von Universitätsinstituten für Genetik, Humangenetik, Pflanzenzüchtung, XLAB Göttingen u.a., Besuch der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung (Marburg), Besuch bei Firmen mit biotechnologischem Arbeitsgebiet.

Der Themenbereich Ökologie sollte durch die Nutzung außerschulischer Lernorte vertieft werden. Beispiele: Waldökologie mit Forstämtern, Gewässerökologie an limnologischen Stationen, NP Kellerwald u.a.m.

Qualifikationsphase Q3/Q4:

Es findet eine Ganztagsexkursion statt zu den Themen Ethologie (Zoologische Gärten Duisburg, Frankfurt, Köln) oder Evolution (Senckenbergmuseum Frankfurt).

Weitere Informationen zur Ausstattung des Biologietraktes finden sich auf den Projektseiten Biologie, die in der vergangenen Projektwoche des Schuljahres 2011/12 entstanden sind.

Exkursion in das Göttinger Experimentallabor XLAB

exkursion ins xlab 2019Am 10. Dezember 2018 haben die Biologie-Leistungskurse von Frau Kraiker und Herrn Heß eine Exkursion ins XLAB nach Göttingen unternommen. Los ging es um 7 Uhr an der Edertalschule, um pünktlich um 9 Uhr das Programm starten zu können, welches um 17 Uhr endete. Ziel des Ausfluges war, die im Unterricht gelernten theoretischen Methoden praktisch anzuwenden und den gelernten Stoff zu verinnerlichen.
Zur Auswahl standen zwei Themen, zum einen die „molekulargenetische Analyse der Sichelzellkrankheit“ und zum anderen der „molekularbiologische Tierartennachweis Fleisch-PCR“,  zwischen denen wir uns entscheiden mussten. Der grobe Ablauf des jeweiligen Programms enthielt sowohl theoretische Anteile, die zur Auffrischung und Anknüpfung an den Unterricht dienten, als auch praktische Anteile, bei denen das zuvor Besprochene angewandt wurde. Dadurch wurde der Tag sehr abwechslungsreich und informativ gestaltet.

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DNA zum Anfassen

Biologie-Leistungskurse der Edertalschule experimentieren in Göttinger XLAB

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Unsere drei Biologie Leistungskurse der Q2 hatten die Möglichkeit, das XLAB zu besuchen und ein Experiment zur Anwendung von Restriktionsenzymen in der Gentechnologie mit Hilfe des Fachpersonals durchzuführen. Das Göttinger Experimentallabor, das XLAB, ist das größte Schülerlabor in Deutschland und befindet sich auf dem Campus der Universität Göttingen. In den vier Etagen, die mit auffälligen Farben die Fachbereiche des XLABs darstellen, dürfen Schülergruppen unter professioneller Aufsicht des Fachpersonals eigenständig experimentieren.
Wir trafen uns schon um 6.50 Uhr an der Edertalschule, um pünktlich um 7.00 Uhr abfahren zu können. Nach zwei Stunden Fahrt erreichten wir den Campus der Universität und wurden vor Ort in zwei Gruppen aufgeteilt.
Als Erstes erhielten wir eine allgemeine Einführung zum XLAB und der Laborarbeit generell und sämtlichen Sicherheitsbelehrungen. Darauf folgte ein Rückblick in die Vergangenheit mit einem Zeitstrahl zu allen wichtigen Entdeckungen, die im Zusammenhang mit unserem Thema „Die molekulare Schere“ standen.
Um uns an das Thema besser heranzuführen, wurden uns noch einmal die wichtigsten Informationen zu der DNA, dem Aufbau der DNA, dem menschlichen Genom, generell zu molekularbiologischen Verfahren und natürlich zu Restriktionsenzymen gegeben. Mit diesem aufgefrischten Hintergrundwissen sprachen wir gemeinsam das Verfahren in den einzelnen Schritten theoretisch durch und klärten vorab aufkommende Fragen.
Nun schließlich konnten wir ins Labor gehen und wurden mit allen Geräten und deren Anwendungsweise vertraut gemacht. Wir bildeten Partnergruppen und an jedem Tisch war schon alles für uns vorbereitet, sodass wir direkt anfangen konnten. Nach und nach arbeiteten wir die Einzelschritte zur Isolierung von der DNA ab. Es war wirklich spannend ganz allein und selbstständig so professionell arbeiten zu können. Bei Nachfragen und Problemen erhielten wir immer sofort Hilfe.
Der Isolierungsprozess war sehr langwierig und aufwendig und auch das exakte Arbeiten brauchte seine Zeit. So ging der Vormittag schnell vorüber. Als wir mit der Isolierung der DNA fertig waren, stellten wir alle zusammen eine Agarose-Gelelektrophorese her. Der letzte Schritt, um nun die isolierte DNA sichtbar machen zu können, war die DNA einzufärben und dann in die kleinen Taschen des Gels zu geben. Dieser Arbeitsschritt war schwierig, jedoch hat ihn jeder letztlich gut gemeistert. Nun mussten wir noch etwas warten und konnten am Ende des Tages die DNA, die wir selber aufwendig und genau isoliert hatten, als Balken im Gel deutlich erkennen. Um 18.00 Uhr waren wir wieder in Frankenberg angelangt.
Zusammenfassend war es ein sehr interessanter und aufschlussreicher Tag mit vielen neuen Erkenntnissen. Wir haben sowohl einen guten Einblick in die Laborarbeit und den Alltag in einem Labor erhalten als auch die Funktion von Restriktionsenzymen wissenschaftlich erarbeitet und dadurch besser verstanden. Vielleicht hilft diese Exkursion dem einen oder anderen auch bei der späteren Studien- oder Berufswahl. Ich denke, der Ausflug war ein voller Erfolg und sollte weiterhin so angeboten werden!

Nina Engelhard, Bio LK Q2

Edertalschüler nehmen an Studie teil

Schüler des BioChemie-Kombikurses erschließen mit "Concept Maps" den Klimawandel.

biochekurs2014

Der kombinierte BioChemie-Kurs der E-Phase unter der Leitung von Herrn Croll hat in den vergangenen Wochen an einer hessenweiten Studie teilgenommen. Dafür kam Frau Dr. Eggert (Fachdidaktik Biologie, Universität Göttingen) an vier Terminen an unsere Schule. Nach einem Vortest, bei dem das Wissen und die Fähigkeiten der Schüler anonymisiert ermittelt wurden, erstellten die Schüler unter verschiedenen Parametern so genannten „Concept Maps“. In einem abschließenden Nachtest wurden die neu erlernten Fähigkeiten überprüft. Nach Auswertung der Daten aller teilnehmenden Schüler (ca. 300-400 in ganz Hessen) können Aussagen über die Wirksamkeit von „Concept Maps“ für den Lernerfolg gemacht werden.

Neben den methodischen Fähigkeiten, lernten die Schüler dabei auch etwas über den Klimawandel, der in unterschiedlichen Schwerpunkten thematisiert wurde. Zudem lieferte Frau Dr. Eggert am Ende noch Einblicke in die Planung, Durchführung und Auswertung von wissenschaftlichen Studien.